Liebes Tagebuch,
ich glaube, ich habe bisher noch nie meine Einträge mit “Liebes Tagebuch” begonnen, andererseits habe ich auch noch nie (bis vor drei Stunden) dubiose deutsche Volkslieder Karaoke gesungen. Das heißt, nicht richtig Karaoke, sondern zu Keyboard mit Textzetteln. All in all, mighty abgewrackt, und deshalb beginnen wir nochmal von vorn.
Alles begann damit, dass ich von den DAAD- Beauftragten hier (obwohl mein Praktikum nicht über den DAAD läuft, aber fast) zu einem DAAD- Alumni- Treffen/Stammtisch (ok, da hätte man hellhörig werden können…) eingeladen wurde, im Goethe- Institut in Wan Chai, was auf Hong Kong Island ist und immer ‘ne nette Abwechslung (= viele Lichter, Hafen, Hochhäuser) zur Clear Water Bay (= grüne Wiese, Strand, Uni) darstellt. Zumal dieser DAAD- Typ wie Quentin Tarantino aussieht, was allein schon faszinierend genug ist *lol*
Nach einem kurzen Besuch im Goethe- Institut, das unter anderem einen Sammelband mit Abrafaxe- Comics in seiner Bibliothek hat und zu unser aller Freude “Sagaland”, das 80er Jahre Kultspiel, leider keinen Kicker oder zumindest SportBild, btw: ich brauche einen Fernseher, verdammte Axt, ich bin so verzweifelt, dass ich plane, zuj Weihnachten nach Shenzhen zu fahren(special economic zone, das ist schon Mainland, und dort gibt viel Schrott viel billig, also auch el-cheapo Fernseher), hm, Schalke spielt heute, ich will Fussball, aaargh, Entzugserscheinungen, ganz mächtig, hier gibt’s übrigens einen offiziellen ManU- Pub, better dead than red, sach ich nur, und Uwe Seeler ist endlich Hamburger Ehrenbürger (Frage: War er das nicht immer schon? Und was macht eigentlich Inge Meysel?), also wo war ich? Karaoke? Ach ja, also im Goethe- Institut war außerdem eine Hannah Arendt- Ausstellung und Werbung für Goodbye, Lenin. Danach ging’s einige Stockwerke runter zum Restaurant mit Harbour View, sooo nice.
Dort tobte bereits der Stammtisch. Hauptsächlich, also von der UST- Fraktion abgesehen, nur HK- Chinesen, die mit Inbrunst mir unbekannte deutsche Volkslieder zu Keyboard”untermalung” schmetterten. Im Übrigen gab’s kostenloses Bier (Löwenbräu vom Fass), allerdings nicht in ausreichenden Mengen, zumindest für Europüäer nicht ausreichend. Toll, dass die Leute hier nach zwei Bier schon total besoffen sind und kaum noch gerade gehen können. Geschweige denn singen *lol*
Nach drei Flüssigbrot beschlossen wir (d.h. die drei Deutschen von der UST) doch auch mal was zu essen, da Fotos mit Katharina Witt (btw: besonders *lol* Chinesen, die in der DDR waren, und jetzt auf die Scheiß- Wessis schimpfen, ja, da hab’ ich mich gleich wieder zuhause gefühlt :-) ) angucken, auf Dauer wenig Substanz hatte. Und es waren viele Fotos, ca. ein Kilogramm? Die anderen hielten sich an Bier, so dass der Gesang, der die Gespräche ohnehin schon erschwerte, immer lauter wurde. Schließlich wurde ich zum Mikro gezerrt, aber da ich weder “Mein Vater war ein Wandersmann” noch das textlich etwas zweifelhafte (euphemistisch formuliert) “In einem Polenstädtchen” kannte, und einer der Sänger ständig wieder “My Way” auf Deutsch sang (Thank god for Feedback! Noch nie klangen Rückkopplungen so süss, mal von Jesus and Mary Chain- Songs abgesehen, music nerd alert), wurde ich zum Tanzen aufgefordert/gezwungen. Oh Dear…Da allerdings der Sänger kein Taktgefühl hatte, das Keyboard eh irgendwas plärte und mein Tanzpartner sich mehr an mir festklammerte als führte (wg. Bierkonsum, siehe oben), war das also eine echt würdevolle Angelegenheit. *lol* Regrets? I had a few… harhar.
Alles in allem, echte deutsche Lebensart. Und auch schön, dass alle immer nur von Hamburg die Reeperbahn kennen- und die ist bekanntermassen so ziemlich das hässlichte Stück in HH, mal von Mümabe oder Steili abgesehen. Vier Bier waren allerdings echt zu wenig. Oh, und Visitenkarten habe ich dann auch noch abgestaubt.
Ansonsten hätte ich eigentlich echt jetzt mal so arbeiten sollen ‘n’stuff, naja, die Nacht ist jung, ich habe meine Kauigummi- Vorräte aufgestockt (auch sehr geil- Wrigley’s Extra Erdbeere) und Instant Milo 3-1 gekauft. Allerdings nicht so gut wie Marshmallow Chocolate, aber trotzdem super. Und auch gut: Sprite Ginger, selbst für Sprite- Hasser wie mich trinkbar. Und es schmeckt anders als Ginger Ale… amazing. Nicht so gut (curiosity killed the cat- stuff): Carrot- Chestnut- Drink. Wie, das hättet ihr auch schon vorher sagen können? Hey… Und noch widerlicher: irgendso’n Zeugs mit Lakritz (an sich lecker) und Pey-vine oder so… don’t buy it again, und wenn die Packung noch so schön ist. Nevertheless werde ich garantiert wieder draufreinfallen. Oh, und nicht zu vergessen, die Japan- Import- Frosties mit super- künstlichen Erdbeer- Dings- Stückchen drin (in Helly Kitty!- Pink). Allerdings mit sehr wenig Zucker… btw: Mein Frosties- Tiger- Segelflieger fliegt nicht, grr… Thermodynamik?
Ansonsten haben wir mal wieder beim Netball verloren, 25:39 gegen das Aussie B- Team (naja, Sweet Chariot, harhar), am Sonnabend war ich mit den Exhange Students “Paardie machen”, *lol* enthemmte englische Rugby- Fans *lol*, das war alles jenseits von rekonstruierbar, wieso ich jetzt im Besitz einer weißen Federboa bin, ist da nur eine der offenen Fragen. Apropos weiß (Delling- Time!), ich habe mir auch endlich einen- Achtung!- weißen mp3- Player gekauft, so dass ich gestern zu “Sillium” von Fünf Sterne Deluxe um den den Sportplatz joggen konnte. Wie geil is das denn? Ziemlich…
Now I return to plentiful bad English that needs to be corrected, like, very dringend. Baibaai!




