Archiv für Februar, 2004

Place-bo

Liebes Tagebuch,

da ich gerade keine Lust auf very bad English habe und ich mich auch nicht mit dem Problem „Wie konvertiere ich LabVIEW 6-Files in LabVIEW 5-Files, wenn ich nur LabVIEW 5 zur Verfügung habe“ auseinandersetzen will, also jetzt ein Eintrag, den ich in Word geschrieben habe (denn ich „arbeite“ gerade, mit iPod und flat white coffee und Throaties).

Zumal ich über die wichtige Frage nachdenken muss, ob ich zum Placebo-Konzert gehe…
Placebo- musikalisches Äquivalent zu einem One-Night-Stand. Für den (besoffenen) Moment das Geilste überhaupt und dann nach kürzester Zeit irgendwie total peinlich. Wie gut, dass meine Musiksammlung groß genug ist, dass man sich eher selten über den Weg läuft (im Gegensatz zu Ilmenau, aber das ist eine andere Geschichte und fällt in die Kategorie „Warum ich mich nie über Ersties lustig machen würde“ *lol*). Also, back zu Placebo. Pro: Konzert-Entzugs-Erscheinungen galore, aber holla die Waldfee! Die Musikszene ist echt so armselig hier, Hilfe!!! An dieser Stelle: Ich brauche ganz dringend ein Flugticket HK-Köln/Bonn (und zurück, natürlich) für den 1.März (hin) – 3.März (zurück). Und natürlich Eintrittskarten. Übernachtung eher optional. Aaaargh!!! Das fantastischste Festival, das man zu Ehren einer Person überhaupt organisieren könnte. Verdientermassen, natürlich. Live Forever. *snüff*
Ok, zurück zur „Realität“, also Kontra: immerhin habe ich Placebo schon zweimal live gesehen, davon einmal total grottig (aber dann auch wieder so schlecht, dass es wieder super war, und das Publikum war auch echt total scheiße, die hatten null Ahnung. So 10jährige mit Eltern, hallo? Und alle singen „My sweet prince“ mit (so mit Feuerzeugen’n’Stuff *kotz*), als wären sie bei den Backstreet Boys (Kinder) oder Scorpions (Eltern) oder noch schlimmerem (geht das?). Schon mal auf den Text geachtet? Deppen! Zumindest lässig von Brian Molko, die Verachtung bei der Zugabe voll raushängen zu lassen.) und einmal One-Night-Stand-artig gut. Hm… andererseits alles besser als, erm, Deep Purple *rofl* die mächtig erfolgreich in China sein müssen (5 Konzerte in Mainland, 1 in HK! Wow!!!). Naja, entlastet die Rentenkassen. Und nicht zu vergessen Mr Bowie, dessen Ticketpreise schlicht weg asozial sind- billigste Karte 50 Euro, teuerste Karte 150 Euro, und da ich die Location vom Starsailor-Konzert kenne- also sehen kann man von den „billigen“ Plätzen nichts. Hatte nicht mal jemand gesagt, Placebo seien Bowie für Arme? 100% wahr. *lol* Ja, und das war’s dann auch schon mit dem Angebot- bis auf, und ich danke dem Goethe-Institut von ganzem Herzen, Ick libbe euk, Maximilian Hecker und Barbara Morgenstern, die „New from Berlin“ darstellen dürfen *lol* whatever, egal. INDIE!!! Jaaaaa!!!! Und jetzt bitte noch Tomte. Bittebittebitte. Tomte. Bittebittebittebittebitte. Errettet mich aus dem Canto-Pop-Fegefeuer, ich kann es nicht mehr hören.

Ansonsten: die tollste Idee zum Valentinstag für Leute, denen Schlussmachen per SMS noch nicht abgewrackt genug ist: für 1 HKD (ca. 10 Cent) kann man mit seinem Freund per SMS mitteilen lassen, dass man keine Lust mehr hat. Ja, man muss noch nicht mal mehr selber den Text verfassen. Einfach Hotline anrufen, Namen und Nummer sagen und fertig ist. Super! Ja, wie immer geht es auch noch schlimmer… *lol* Andererseits, wenn sich so den Valentinstag-Ramsch, der hier so verkauft wird anguckt, also bei einigen Sachen kann man das schon nachvollziehen. Wie gut, dass auch dieses Zeugs Sonntag im Müll ladet.

Und jetzt muss ich nur noch meine Halsschmerzen loswerden und alles wird gut. Morgen gibt’s lecker Nanopartikel, dann kann ich endlich wieder im Labor stehen- juhu!!!

P.S.: Waschmaschinen-Nachtrag: Das größte Problem ist ja nicht, dass ich jetzt immer meinen fetten Gwaailo-Hintern an dem Ding vorbeizwängen muss, wenn ich Duschen will (was morgens durchaus schwierig sein kann), sondern, dass mir erlaubt wurde, das Ding auch zu benutzen, wozu ich aus geschilderten Gründen keine Lust habe. Allerdings weiß ich jetzt nicht, ob sich meine Mitbewohnerin beleidigt fühlt, wenn ich meine Wäsche weiter zum Waschsalon schleppe. So mache ich das nur, wenn sie schläft. *lol* whatever…

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Chart-Stürmer

Liebes Tagebuch,

lange habe ich Dich vernachlässigt. Das habe ich Dir vorenthalten:
- Allgemeines Gemotze über das Wetter (7°C und Regen, Regen, Regen). Mittlerweile überflüssig, da wieder Sonne und 17°C. Na also, geht doch.
- Mehr Gemotze, da die letzte Woche echt ziemlich scheiße war (von Sonntag bis Freitag gerechnet). Mittlerweile auch wieder besser.
- Meine Top 10 der dubiosesten Erlebnisse- Ich werde mich garantiert nie wieder über irgendetwas wundern. Nicht nach letzter Woche… also:

10. Mein Netball-Team bestand am Montag nur aus 2 „echten“ Team-Mitgliedern (15 Minuten nach Spielbeginn dann aus 3) und 6 Leihspielern. Das bei eigentlich ca. 30 Team-Mitgliedern. Praktischerweise war die Team-Captainette auch nicht da. Und das erste Viertel wurde schon nach 6 statt 15 Minuten abgepfiffen, so dass das Spiel dann 5 Viertel hatte. Und mal wieder verloren. Auch egal.
9. Habe mich danach völlig unverständlich auf dem Weg zur MTR verlaufen, bzw. ich bin den Schildern gefolgt und war plötzlich eine Station weiter als ich wollte. Bei HMV, genauer gesagt. *lol* Und sie hatten noch offen. *lol* Mmmh, Lambchop.
8. Habe versucht (völlig erfolglos natürlich), einigen Chinesen den Einfluss Shakespeares auf die Entwicklung des europäischen Dramas zu erklären (Hey, sie hatten gefragt… selber schuld). Hm, ja, nun ja. Hätte wohl auch fast jeden in Ilmenau überfordert. *lol* Oder? Racine? Corneille? Euripides? Goethe? Einheit der Zeit, des Ortes und der Handlung? Lalalala, ja, erm, lassen wir das.
7. Meetings: Total verpennt, 10 Minuten vor Beginn aufgewacht, Raum nicht gefunden, dann nicht gepeilt, dass das, was da so nervig piept, mein Akku-alle-Mobile war. Peinlich, peinlich. Wie gut, dass ich Ausländerin bin.
6. Habe meinen LabVIEW-Vortrag (btw: Echte LabVIEW-Programmierer/Klickerer (Hallo Alex, Hallo Martin, letzteres habe ich extra für euch geschrieben) wissen, dass es LabVIEW und nicht LabView heißt, *hach* ich bin so l33T, oder so), wie es sich gehört, trotz 3 Wochen Vorbereitungszeit natürlich erst eine halbe Stunde vorher fertig gekriegt, und ein richtiges Konzept hatte ich auch nicht. Aber viele tolle PowerPoint-Animation, die teilweise Seekrankheit bei mir hervorriefen. Und außerdem bewährte sich die Erkenntnis, dass Professoren eh nie länger als 10 Minuten schweigen können, so dass jede Art von Konzept eh überflüssig wird. *lol* Universelle Wahrheit Nr.1

5. Fussball-Bundesliga-Ergebnisse. So schlecht habe ich noch nie getippt. Das war schlimmer als mein Vater bei der WM’98 (und das war praktisch die Definition von “daneben”). Args. Und Hertha BSC gewinnt gegen Stuttgart dank eines Treffers von Fredi Bobic. Arrgh. Nein, nein, nein.
4. Ich bin den HK Marathon gelaufen. Ok, nicht den Marathon, nur das 10km-Loser-Rennen für untrainierte Säcke wie mich, bin aber trotzdem ein ganz klein bisschen stolz auf mich. Aber irgendwie war’s zu einfach, ich hätte echt noch wesentlich länger laufen können. Also, Halb-Marathon, nächstes Mal. Das Wetter war *zensiert* kalt und nass-niesilig, aber die Strecke *hach* Von Tsim Sha Tsui (endlich einmal Nathan Road entlang laufen, ohne dass man alle 3 Sekunden Fake-Rolex angedreht bekommt- I’m not a tourist, I fucking live here!) durch den Western Harbour Tunnel nach Sheung Wan, erster Blick nach dem Tunnel auf Lantau, von wo der Riesen-Buddha gnädig durch die Wolken winkte (ohmygod, ich habe selten etwas so schönes gesehen) und von da durch die Häuserschluchten von Central nach Wan Chai. Auch wenn die „Läufer“ mit Fotoapparaten echt genervt haben, ich kann’s verstehen. Aber *grmpf* das meine Zeit irgendwie verloren gegangen ist, find ich doof, ganz doof. Und um 4.30 aufzustehen, war auch ziemlich hart, aber dafür entschädigte dann der Sonnenaufgang über Victoria Harbour… Nur leider öffnen die meisten Geschäfte am Sonntag nicht vor 12- wie schlägt man da bloß die Zeit bis dahin tot? Zumal zugucken auf Dauer sehr kalt wurde…
Ok, nicht dubios genug? Dann hätte ich noch die Frau anzubieten, die 300m vor dem Ziel auf ihrem Mobile angerufen wurde und diesen Anruf auch noch annahm. Was sagt man da bloß? Hallo, ich laufe gerade den Marathon, bin gleich da?
3. Man bekam seine Teilnahme-Medaille übrigens eine Woche VOR dem Rennen, zusammen mit der Startnummer’n'Stuff.
2. Meine Mutter rief mich mit ihrem Handy auf meinem Handy an. Um mir mitzuteilen, dass sie vom Handy anruft. *brizzel* Das wär *brizzel* sonst auch nie aufgefallen.
1.  Weswegen ich mich wirklich über nichts mehr wundern werde:
Meine neue Mitbewohnerin kaufte eine Waschmaschine, obwohl im Nachbarwohnheim (ca. 20 Sekunden Fußweg und immerhin 5 Treppenstufen) ein Waschsalon ist. Mal abgesehen von der Tatsache, dass das Apartment verdammt klein ist und eigentlich nirgendwo Platz für auch nur die kleinste Waschmaschine ist, musste sie natürlich auch die 5kg-Familien-Maschine kaufen, deren Standfläche ein Viertel der Fläche des Badeszimmers einnimmt- in dem es logischerweise keinen speziellen Waschmaschinenanschluss gibt, so dass sie die Waschmaschine immer an die Dusche anschließen muss (stöpsel, schraub). Und eine Waschmaschine ohne Trockner ist sowieso das Sinnloseste überhaupt in HK, da es die meiste Zeit so feucht ist, dass z.B. T-Shirts zwei Tage zum Trocknen brauchen. Und meine 6 Quadratmeter Zimmer sind mir dann doch wertvoll, als dass ich die mit nasser Wäsche fülle. Also, ab zum Waschsalon zum Trocknen. Brillant. Noch besser allerdings ihr ursprüngliches Konzept, das vorsah, die Waschmaschine in ihrem Zimmer zu deponieren, und sie nur zum Waschen ins Badezimmer zu transportieren. Leider reichte ihre Kraft noch einmal dazu aus, die Waschmaschine im Badezimmer zu verschieben, so dass dieser Plan wieder aufgegeben wurde. Whatever. Und auch super-fein, dass die Waschmaschine jetzt mit 2 (in Worten: zwei) Waschmaschinen-Bezügen (ja, genauso schön wie Klobrillen-Bezüge) übereinander verschönert wurde. Wahrscheinlich, damit die Maschine nicht nass wird? Life is strange but people are stranger.

Ach ja, und noch mal zur Zusammenfassung: Meine WG besitzt mittlerweile die wohl kleinste Kaffeemaschine der Welt, für die es man so ganz dubiose Kaffeebeutel braucht, die ich bisher nirgendwo gesehen habe (auch meine Mitbewohnerin, die das Ding angeschleppt hat, weiß nicht, wo’s die gibt- praktisch), ein debiles Keyboard und eben eine Waschmaschine… Was wir nicht besitzen: einen Fernseher, einen Backofen, einen Staubsauger, mehr als einen Topf… *lol* Man muss halt Prioritäten setzen.

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