So… für Herrn H. (das müsste doch zumindest für einen halben Arbeitstag reichen, oder?) und alle anderen, die nichts besseres zu tun haben, als meine Romane zu lesen…
Mein Hurricane-Bericht
“Rock’n'Roll ist Protestmusik, da kann nicht immer die Sonne scheinen”
…und wer Sonne will, soll gefälligst zum Southside fahren… dafür sind im Norden meistens die Bands besser ;-)
Freitag: Zelt zwischen zwei Regenschauern aufgebaut (muss mich mal selbst loben, aber ich bin mittlerweile wirklich gut darin) und dann erstmal den fehlenden Schlaf der letzten Nacht nachgeholt (aus unerfindlichen Gründen schlafe ich auf Festivals wie ein Stein… ) . Pünktlich zu Gluecifer aufgewacht, die viel besser als erwartet waren, aber den Regen nicht vertreiben konnten. Dann Tigerbeat, meine zumindest so’n bisschen Lieblingsband 2004, die wie auf’m Immergut sehr großartig waren. Schnell vor Life Of Agony geflohen, die fand ich immer schon grauenvoll, außerdem habe ich einmal leider Keith Caputo solo bewundern müssen (der schlechteste Supportact ever, und ja, ich habe einige durchlitten). Nach einem ausgewogenen, gesunden Mahl (mmh, MSG, mmh, Instant-Zeuch) gestärkt zurück zu den Pixies. Was zum Freuen- strahlende Gesichter auf der Bühne, vor der Bühne und sogar die Regenschauer wurden weniger. So macht man aus Gelegenheitsfans, die gerade mal Surfer Rosa und Doolittle zu Hause stehen haben, echte Fans. :-) Aber der Abend wurde noch toller, denn als nächstes besiegten die Werder Bremen Allstars (a.k.a. Otto Rehakles und A. Charisteas) Frankreich und statt “Helga” wurde abends nur noch “Otto” gegröhlt. Und wie gut, dass es kein Elfmeter-Schießen gab, sonst hätte ich David Bowie verpasst, der auch ziemlich wunderbar und charmant war (und ziemlich fror auf der Bühne *lol* übrigens *rofl*@ neues Video, sehr cool). Kurz noch Air angeguckt, die einen prima Abschluss des ersten Tages darstellten. Schnell geschlafen und nicht gefroren (..da bin ich sehr stolz drauf! Ich habe mich wieder akklimatisiert! Hat nur 6 Wochen gedauert!!!)
Sonnabend: Der Tag der harten Entscheidungen: Bright Eyes und Wilco vs. Franz Ferdinand, BRMC und The Hives vs. Schweden-Niederlande, Within Temptation vs. meine Nerven etc.
Zunächst begann der Tag mit einer Enttäuschung- Snow Patrol fielen aus, und die netten, schon mittags besoffenenen Schotten mit ihren schottischen Fahnen und ihrem großartigen schottischen Akzent verschwanden wieder. Dann Tomte, die zwar schon wieder die selben Lieder spielten (dreimal auf Festivals gesehen, dreimal exakt dieselben Lieder gehört, aber in einer etwas anderen Reihenfolge), aber trotzdem besser waren als auf’m Immergut (vielleicht auch, weil diese nervigen Hüpf-Kiddies mit ihren dämlichen ABIer 04-Shirts nicht da waren). Whatever, egal, denn danach kam Graham Coxon, der erstens alles in Grund und Boden rockte, zweitens absolut die coolsten-uncoolsten Gesichtsausdrücke machte, drittens “That’s When I Reach For My Revolver” spielte (DANKE!!!) und viertens überhaupt tausendmal besser als dieser Twat Damon Albarn war (Twat sieht großgeschrieben toll aus! Mmh, twat twat twat Twat!). Großartig ging’s auch weiter mit I Am Kloot, die gegen die Donots pöbelten, die zeitgleich rumnervlärmten (ja, das Verb gibt’s, guckt doch in den Duden ;-) ) “This song is dedicated to you and not to those fucking cunts on the other stage”- Ja! Genau! Endlich sagt’s mal jemand! Ach ja, und außerdem kommen sie aus Manchester… *hach* Danach wurde irgendwie schon ein dubioser Projektor für Within Temptation aufgehängt, der Oberst Connor, das singende Sensibelchen von den Bright Eyes sehr verstörte und zusammen mit Franz Ferdinand (ich gestehe, ich habe sie verpasst, zumindest so etwas), die auch auf der anderen Bühne zu hören waren, für ein etwas kurzes Set sorgten. Nun ja, blieb genug Zeit, um Bright Eyes-Horrorgeschichten auszutauschen… egal, deswegen liebt man ja diese Band oder eben nicht (Hat gerade jemand Oasis gesagt? Dazu später…). Dann endlich mein persönlicher Grund, zum Hurricane zu fahren: Wilco! Yankee Hotel Foxtrot hat mein Herz gebrochen wie nur wenige andere Alben; ich glaube, ich habe für 6 Monate kaum etwas anderes gehört… und meine nicht gerade niedrigen Erwartungen wurden locker erfüllt und mehr als übertroffen. Ich dachte ja immer, dass Jeff Tweedy ein egozentrischer Idiot wie Billy Corgan sei, aber zumindest live war davon nichts zu merken. Hatte ich schon *hach* geschrieben? Also, dann halt *schmacht* War das toll… danach endlich mal aus der Sonne- hat zwar nichts genützt, meine rechte Gesichtshälfte ist trotzdem mehr gebräunt als die linke (D’oh! Und nein, davon gibt’s kein Foto!), aber eine kleine Stärkung vor dem Fussball war doch ganz gut, denn schließlich war ja Schweden-Niederlande eher nervenzerfetzend… und dank der vielen Holländer und Schweden auch doppelt unterhaltsam. Dann nochmal zurück zu The Cure, die ich nicht verstehe (und das, obwohl ich Joy Division, New Order, Bauhaus und The Smiths mag, hm, falls mir jemand da helfen kann? Ich will die mögen, ich kann’s nur irgendwie nicht…) und schnell ins Zelt, bevor Within Temptation begannen (ja, die verstehe ich auch nicht).
Sonntag: Seltsam früh aufgewacht, so dass ich aus Langeweile schon zur ersten Band auf’m gelände war (auf’m Zeltplatz rumhängen rockt auf Dauer auch nicht, zumindest nicht, wenn irgendwelche Leute unbedingt “Beckham beim Elfmeter” nachspielen müssen und leider nicht ihr eigenes, sondern immer nur fremde Zelte treffen… ). Wen ich da gesehen habe, habe ich schon wieder vergessen, Mclusky danach waren recht cool und The Bones auch. Dann schon wieder ein brutaler Clash zwischen Mando Diao (neue Helden) und Ash (alte Helden). Grmpf. Naja, bei den Backyard Babies rumgesprungen, schon mal eingegröhlt für Ash, Fetzen von Mando Diao aufgeschnappt und dann alte Helden bejubelt (hier gehört eigentlich hin: *schmacht* @ Tim Wheeler, aber mit diesem dämlichen Bart-Versuch sieht der einfach widerlich aus). Danach konnte ich irgendwie meine Beine nicht mehr spüren, so dass ich “leider” Die Happy und Anti-Flag verpassen musste, um bei Fünf Sterne Deluxe wieder voll am Start zu sein (”brutal am Start” sozusagen). Die rockten dann wirklich alles nieder, ich sach mal: Wow! Wie geil war das denn? Unfassbar. Irgendwie war danach alles nur noch lau; die Beginner konnten trotz netter Handy-Klingelton-Einlage nicht recht überzeugen (bzw. City Blues bei Sonnenschein funktioniert auch nicht) und danach gab’s wieder Fussball. Ja, aufmerksamer Leser (gibt’s die an dieser Stelle noch? Naja, Selbstbetrug rockt immer noch am meisten), ich habe fast sämtliche Headliner wegen der EM verpasst, talk about Prioritäten. Also, den armen Dänen beim Verlieren zugeguckt und dann keine Band mehr gesehen, weil… erm, Sportfreunde Stiller habe ich dieses Jahr schon gesehen (gehört weniger, weil der Sound so schlecht war und das Publikum ja die Band niedergebrüllt hat) und besser als das Konzert konnte es eh nicht werden… und die Fantastischen Vier, nun ja, die fand ich gut, als ich Abi gemacht habe, und diese Zeit ist glücklicherweise vorbei- außerdem hätte ich “Krieger” beim besten Willen nicht ertragen- der Song geht echt so gar nicht. Also, back to the tent, den letzten Abend in style ausklingen lassen und sich fragen, wer eigentlich überhaupt bei den “Fantas” war, denn eigentlich waren alle schon bei den Zelten…
Am nächsten Tag zurück in die Zivilisation (allerdings ist ja die Parkplatz-Alkoholiker-Szene vor dem Kaufland auch nicht viel anders als ein Mini-Festival, nur mit schlechterer Musik)…




