Dr. Kawashimas Gehirnjogging ist das Videospiel-Äquivalent zum Kieser-Training. Eigentlich völlig unspektakulär, trotzdem zwingt es einen, ununterbrochen mit jedem darüber zu reden, bis sich auch der Letzte diesem Training unterworfen hat.
Archiv für August, 2006
De Bello Gallico
(Oder auch: Unglaubliche Erkenntnisse kurz vor dem Einschlafen, an die ich mich sogar noch nach dem Aufwachen erinnern kann. Blame it on the Billig-Schwarztee from the Kaufland.)
Heutzutage wird diese lateinische Machwerk aus diversen Gründen nicht mehr in der Schule gelesen, dabei war dies die beste Lektüre für Nachhilfeschüler, weil in diesem Buch sich immer alles wiederholt und selbst der desinteressierteste Nachhilfeschüler irgendwann begreift, wie die Geschichte weitergeht und dadurch spätestens zum Ende des Jahres den so wichtigen Notensprung von 5 zur goldenen 4- hinlegt.
Allerdings hat dieses Werk noch einen anderen Zweck: Es zeigt, wie unglaublich stupide und eintönig Krieg ist. Der ganze Wagemut und das ganze Heldentum verblassen gegenüber der Schilderungen vom beschwerlichen Hinkommen, Befestigungen Bauen, auf den Feind Warten und dann wieder Weiterziehen- eine absolut moderne Sicht auf Kriegsereignisse. In Filmen wie Full Metal Jacket oder Jarhead werden ganz ähnliche Geschichten erzählt.
[Dafür hätte ich gern den Nobelpreis für Altphilologie, harhar.]
Huch.
Mein Zeitgefühl ist irgendwann zwischen Mitternacht und eben verloren gegangen und jetzt sitze ich wie ein hyperaktives Kind hier herum und kann und will nicht schlafen gehen. Mist.
Notiz an mich: Nicht erst um 22.30 Abendessen. 3 Liter schwarzer Tee sind zu viel an einem Tag, selbst wenn man sonst über seinem eigenen Geschreibsel einschläft.
Noch eine Notiz an mich (und an Pleitegeiger): Morgen (= heute) Fußballtippen nicht vergessen!
Wenn ich doch die beste Einschlafhilfe der Welt, Dr. Dolittles Reise zum Mond, da hätte…
Update: Ich habe wirklich ein Koffein-Hangover. Das erste Mal seit Jahren. Buh!
Der nervigste Trend der Welt
Wie André schon hier und hier beklagt hat, scheint der Trend bei Konzert-DVDs leider dahin zu gehen, Interview-Clips zwischen die Songs zu schneiden und auch sonst alles zu unternehmen, um das Konzert zu zerstückeln. So geschehen auch bei der Eels live-DVD, die immerhin nur bei einem Konzert aufgenommen wurde. Klar ist es nett, den Streichern beim Üben zuzusehen und sinnlosen Soundbites von Mr. E zu lauschen, aber das hätte doch verdammt noch mal auch in die Extras packen können, zumal sich dort eh schon diverse Doku-Segmente finden. Immerhin sind diese Laberstückchen eigene “Kapitel”, so dass man die auch skippen kann, aber trotzdem kommt so keine Konzert-Atmosphäre auf. Sehr ärgerlich. Außerdem bin ich wegen der offensichtlichen Geldmache sauer: auf der DVD sind Songs drauf, die bei der CD vom selben Konzert fehlen und andersherum. Wenn ich nicht so traurig wegen der verpassten Tour gewesen wäre, hätte ich mir wohl auch nur eine Variante gekauft und die fehlenden Tracks anders besorgt. Oder gleich nach dem kompletten Bootleg gesucht. Ansonsten ist die DVD aber toll, allerdings würde ich wegen dieses ganzen Generves die CD empfehlen. Die ist nämlich sabbelfrei.
Für alle zwischen 6 und 18… oder auch nicht
Ich schreibe gerade an einer Rezension zu “Ich und du und alle, die wir kennen“, einer sehr amüsanten, niedlichen Komödie, die in Deutschland ab 6 Jahre freigegeben ist (und jetzt endlich auf DVD erhältlich ist, bitte kaufen), in den USA allerdings R-rated ist (immer ein Zeichen für gute Filme), wie der imdb-Eintrag verrät. Ich glaube zwar nicht, dass Sechsjährige diesen Film verstehen oder lustig finden, aber ein R-rating für “disturbing sexual content involving children, and language” ist doch ein wenig hart, zumal man keine auch nur annähernd nackte Menschen sieht, sondern alles nur angedeutet wird. Nachdem ich das jetzt geschrieben habe, finde ich es auch nicht mehr so lustig, aber wer sagt, dass man mehr als fünf Minuten über einen Eintrag schmunzeln muss. “Schmunzeln” ist übrigens ein ziemlich ekliges Wort. Brrr.
Meine liebste Parallel-Gesellschaft
Oder auch: Insider-Tipps für Erfurt, wie sie nicht mal im Marco Polo-Reiseführer (mit Insider-Tipps!) stehen. Was auch daran liegen könnte, dass es gar keinen Marco Polo-Reiseführer für Erfurt gibt und die seltsame Website als Sehenswürdigkeiten für Erfurt unter anderem Arnstadt, Goethes Wohnhaus (in Weimar, natürlich) und diese Blumenausstellung, die an der man auf dem Weg von IKEA in die Innenstadt immer vorbeifährt, nennt.
Dabei hat Erfurt viel spannendere Ecken, wenn man sich mal aus der niedlichen Innenstadt hinaustraut. Vor allem der Weg zum Zoo hält einiges an Sehenswürdigkeiten bereit: zunächst einmal die Erfurter Nudelfabrik (Clevere Nudeln!, ungefähr genauso bescheuert wie “Insider-Tipps”), dann das ekligste Plakat der Welt, auf dem ein nur mit einem roten Tanga bekleideter Hintern auf einem Fahrrad-Sattel abgebildet ist, bis man das schließlich zu einem ziemlich verfallenen Industriegebiet kommt. Alles verbunden mit einer sensationellen Spurrillen-Holperpiste, die wahrscheinlich seit 40 Jahren nicht mehr erneuert wurde. Und wenn man dann nach rechts auf eine noch holprigere Straße abbiegt, kommt man zu den Asia-Großmärkten, um die es hier gehen soll.
In insgesamt drei Lagerhallen finden sich dort nicht nur vorwiegend vietnamesische Lebensmittel, sondern auch sämtliches anderes Zeug, was in Vietnam für ein paar Cent produziert wird: also Gartenzwerge, Lichterkettten, bizarr-hässliche Blusen mit Glitzerbedruck, Handtücher mit Fake-Disney-Bedruck, absurde Kunstblumen-Gestecke, Plastik-Schwerter, Kunstleder-Handtaschen, riesige Porzellan-Statuen-Unfälle und Pullover im Bill Cosby-Look. Leider sind diese Dinge nur für Großhändler zu erstehen, aber allein die Besichtigung dieser Waren ist (alp-)traumhaft. Weiterhin gibt es einen Pavillon der deutsch-vietnamesischen Freundschaft und einen original kommunistischen Veranstaltungsraum zu sehen, in dem Hammel und Sichel von der Wand leuchten. Man fühlt sich unweigerlich in die Zeit des kalten Krieges zurückversetzt. In den meisten Räumen sitzen maximal zwei Personen, die Gänge sind menschenleer und es ist sehr still. Selbst in den Lebensmittelgeschäften, die fast alle dasselbe Sortiment anbieten, bis auf das eine in Halle 1, das sich mehr Richtung Thailand orientiert, sind selten andere Menschen, die einkaufen. Am allerschönsten ist aber das Schild an der Einfahrt, was auf vietnamesisch und auf deutsch vor unbefugter Einfahrt warnt und eine Geldstrafe von [ausgewaschene Zahl] DM androht. Eine sehr, sehr fremde Welt, der ich aber sehr dankbar bin, weil sie Grundnahrungsmittel wie Reis in 5kg-Säcken, frisches Thaibasilikum, frischen Tofu, Thai-Chilies, diverse südostasiatische Nudeln, Fischsauce, Kokosmilch und Sojasauce in 1l-Flaschen bereit hält. Und man fast immer eine Instant-Suppe geschenkt bekommt.
Auf dem Rückweg kann man sich dann noch an Erfurt-Rieth, dem mindestens zweitschönsten Plattenbaugebiet Thrüringens (nach Jena-Lobeda) erfreuen, dass zu jeder Tageszeit wie ausgestorben wirkt. Auch erfreulich ist die Tatsache, dass nach ca. 7 Jahren sich mal jemand erbarmt hat und den falschen Bindestrich in “Kreuz-Erfurt” übermalt hat.
D’oh! mal wieder
Ja, gestern war Freitag. Ja, Freitag wird jetzt wieder Fußball gespielt. Ja, da hätte ich tippen müssen. Nein, daran habe ich natürlich wieder nicht gedacht. (Ich hätte zwar eh daneben getippt, aber naja.)
Dafür ist Miami Vice ein sehr guter Film, zumindest wenn man gern atemberaubende Bilder von Speedbooten, Wasserfällen und Städten im Morgengrauen sieht. Dass ein paar Handlungsstränge nicht aufgelöst wurden, wen interessiert’s? Dafür scheint der Himmel über Miami zu brennen. Und erst das Meer…
Um mal festzuhalten, dass das Leben nicht immer so bitter wie Chicoree ist
Natürlich sind diese Woche auch noch angenehmere Dinge passiert als im Eintrag vorher geschildert.
1. Extrem entzückend: Mit einer Fünfjährigen zu “Mary” von den fabulösen Scissor Sisters getanzt.
2. Extrem retro: Der Typ mit dem seaQuest DSV-T-Shirt in der Fußgängerzone.
3. Extrem Supergedächtnis: Zum ersten Mal bei IKEA den Parkplatz (B2) gemerkt. Außerdem noch das Regal (38-1), in dem mein neuer Rollcontainer Didrik lag, der zwar “‘n büschen” hässlich aussieht (fällt dafür neben der Heizung nicht auf, perfektes Mimikri), aber nur €9,90 kostete und ungeheuer praktisch ist.
4. Endlich alle Spiele bei Dr. Kawashimas Gehirntraining freigeschaltet und endlich mal “Rakete” beim Silbenzählen.
5. Außerdem heute ein Kilo Mirabellen auf dem Markt gekauft. Mjam. Leider gab es keine Reneclauden, so dass ich mich doch sehr ärgere, in Hamburg keine gekauft zu haben. (Liebe Leute, die immer mit dem Suchbegriff “Reineclauden” auf meinem Blog landen: Bitte, bitte kauft dieses fantastische Obst, wenn ihr es seht. Das ist die allerbeste Pflaumensorte der Welt, es gibt sie nur kurze Zeit und sie hält sich leider sehr schlecht. Roh essen oder als Kompott oder Marmelade verarbeiten!) Naja, dann gibt es eben Mirabellen-Kompott zu den Brownies.
6. Meine Sonnenblumen blühen demnächst. Juhu!
7. Meine Nachbarn unter mir sind im Urlaub und ich kann unbeschwert rumhüpfen bei DDR* oder EyeToy.
8. Zum ersten Mal dieses Jahr Kürbis gekauft. Der wird morgen im Backofen angegrillt und dann irgendwie weiterverarbeitet. Ich bin ja versucht, den in dieses japanische Curry-Rice-Trash-Zeug zu tun, aber dafür ist er eigentlich zu schade.
9. Heute gibt es erstmal Tabouleh, den besten Salat der Welt. Mjam.
10. Und wie geil ist bitte die Championsleague-Auslosung? Knüllerspiele schon in der Gruppenphase, ich bin schon kurz davor, mir ein Premiere-Abo zuzulegen.
*DDR=Dance Dance Revolution
[Der Titel stammt aus "Gustav Gans" von den Beginnern, momentan auf meinem Wewa!-Qualitäts-mp3-Player.]
Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr…
Eigentlich wollte ich ja hier nichts wirklich persönliches bzw. familiäres schreiben, aber ich muss mich nochmal dringend über dieses Asi-Pack namens Verwandschaft aufregen, dass wirklich nur zu Familienfesten auftaucht, um sich einen möglichst großen Teil des Erbes zu sichern. Und dass obwohl die sich jetzt schon alles mitnehmen, was nicht niet- und nagelfest ist (Auto, Mikrowelle, Lebensmittel, Bettdecken…). Ohne jedes schlechte Gewissen, versteht sich. Und ohne als Gegenleistung doch zumindest mal ab und zu vorbei zu gucken, was ja kein Problem wäre, weil man ja eh in der Nähe wohnt und sich ja das Auto gekrallt hat, für das aber die Großmutter weiter Steuern und Versicherung zahlt. Ne, um die Großmutter können sich ja die kümmern, die am weitesten weg wohnen und ihren Jahresurlaub dafür opfern, um sich um sie zu kümmern (ohne was dafür zu erwarten). Und diese Kackbratzen sind nicht mal bei der Feier bereit, auch nur einen Finger krumm zu machen, wenn sie dazu aufgefordert werden. Typische Situation: Großmutter bittet darum, dass die Kerzen auf dem Tisch angezündet werden. Die Streichhölzer liegen aber im anderen Raum, und da sie selbst kaum noch gehen kann, soll meine raffgierige Scheißcousine die Streichhölzer holen, wozu sie aber keine Lust hat und einfach mal im Sessel sitzen bleibt, bis sich jemand anderes erbarmt und die Streichhölzer holt, wofür sie sich natürlich noch nicht mal bedankt. Wahrscheinlich war sie zu beschäftigt damit, sich zu überlegen, was man als nächstes abzocken könnte (vielleicht die Sofakissen?). Ich wünsche denen ein extrem einsames Dahinsiechen im Alter, ich werde die sicherlich nie freiwillg besuchen (oder überhaupt zugeben, mit denen verwandt zu sein). Widerwärtiges Scheißpack.
So, jetzt geht’s mir besser.
Frühstücksverletzungen deluxe
Dass Frühstücken eine gefährliche Angelegenheit ist, ist mir ja schon seit langem bekannt. Messer, heißer Kaffee, grauslige Nachrichten in der Zeitung… Heute nun die Krönung der Frühstücksunfälle: Den Finger am frisch getoasteten Brötchen verbrannt. Und zwar nicht irgendwie, sondern richtig mit Brandblase und so. Hurra, wach.




