1. Filmvorschläge von Leuten, die als Begründung Dinge wie “jugenddrama oder so, kann mich auch nicht mehr genau daran erinnern, hat sich aber mit sozialen problemen auseinander gesetzt” schreiben, sollte man generell nicht ernst nehmen,
2. vor allem nicht, wenn sie zu dumm sind, auf der imdb-Seite runter zu scrollen und so simple Informationen wie das Herkunftsland richtig abzuschreiben,
3. aber trotzdem noch ein paar Worte zu “Poem- Der Film“, mit dessen Trailern ich die letzte halbe Stunde verschwendet habe (Vorsicht, hinter dem Link verbirgt sich Kunstkacke!):
Warum müssen Gedichte immer mit salbungsvoller, bedächtiger Stimme vorgetragen werden? Warum müssen selbst kleinste Wörter wie “und”, “ist” oder “so” betont werden? Warum müssen zur Illustration schon x-mal gesehene “schöne” exotische Orte wie Geysire auf Island oder Fischerboote in Vietnam herangezogen werden? Warum müssen da so Leute wie Klaus Maria Brandauer, der spätestens nach dieser Campino-Kumpel-Aktion der personifizierte Brechreiz ist, auftauchen? Kann Meret Becker eigentlich noch was anderes außer mit riesigen Augen in die Kamera starren?
So weit ich das nach dem Anschauen sämtlicher Trailer beurteilen kann, werden alle Gedichte auf dieselbe unerträgliche Weise vorgetragen, so dass selbst traurig-schönen Wunderwerken wie “Kleines Solo” von Erich Kästner jede Anmut ausgetrieben wird. Noch schlimmer ist jedoch der allgegenwärtige Ethnokitsch, der selbst Alt-68er Studienräte beschämen sollte. In keinster Weise gelingt es den Bildern, die Aussage der Gedichte zu unterstützen- ganz im Gegenteil, ständig hat man das Gefühl, der Regisseur habe das Gedicht wohl nicht ganz verstanden oder zu oberflächlich gelesen. Es wirkt, als habe eine Schulklasse (ca. 10. Klasse) die Aufgabe bekommen, in einer Projektwoche zu Gedichten Filme zu erstellen, nachdem sie vorher mit “Club der toten Dichter” gequält worden waren.
Hätte ich diesen Film zu Schulzeiten gesehen, hätte ich wohl nie wieder ein Buch angefasst. Solche Filme führen nicht zum Lesen oder zur stärkeren Würdigung von Gedichten, sie bewirken bloß das Gegenteil.
Und da man es gar nicht häufig genug schreiben kann: “Club der toten Dichter” ist eins der größten Filmverbrechen der Menschheit. Es gibt wenige Filme, die in ihrer Verlogenheit so ekelhaft sind wie dieses widerwärtige Machwerk.






