Porco Rosso: Ja, ja, ja, ich hatte den wirklich noch nie gesehen. Schwere Bildungslücke, Asche auf mein Haupt, etc. . Wie gut, dass es Videotheken gibt, vor allem welche, die diesen Film, obwohl er ein Anime ist (und in Deutschland alles Animierte immer erstmal für einen Kinderfilm gehalten wird), lobenswerterweise nicht unter “Kinderfilme” einsortieren, sondern bei den Erwachsenenfilmen, wo er auch hingehört. Wie bei Studio Ghibli-Filmen zu erwarten, war es ein sehr guter, sehr spannender Film, in den ich, anscheinend als einzige Person bisher (Google bringt nur unerquickliches) eine kleine Visconti-Hommage reingelesen habe, die ich im Nachhinein auch nicht recht begründen kann, mal abgesehen davon, dass es einen Nebencharakter namens “Visconti” gibt, allerdings keinen namens Fellini oder Rossellini. Wenn ich was mit Medien studieren würde, würde ich meine Diplom-/Magister-/Bachelor-Arbeit darüber schreiben, 100 Seiten zu dem Thema sollten kein Problem sein.
Gespenster: Ein Film, für den man etwas Geduld mitbringen sollte, denn viel Handlung gibt es eigentlich nicht. Jedoch ist gerade das das Wunderbare an diesem Film, denn dank der sehr guten Schauspieler kann man dafür die Charakterentwicklungen der Figuren, die durch zufällige Begegnungen ausgelöst werden, um so besser nachvollziehen. Sehr gut ist auch das Bonusmaterial zum Film; das Making Of sollte Pflichtprogramm für alle semi-professionellen Filmemacher sein, die mit dem Gedanken spielen, eine Steady Cam einzusetzen (hallo Bergfestfilmer!). Es ist sehr erfreulich, einen Film zu sehen, bei dem alle Beteiligten, von Schauspieler über Kamera bis hin zum Schnitt wissen, was sie tun.
Event Horizon: Irgendwie hatte ich vergessen, den Fernseher auszumachen, und so bin ich dann Event Horizon hängen geblieben, der zumindest beim Nebenbei-Gucken (Pro7-Problem: Sobald Werbung läuft, schalte ich nicht weg, sondern mache was nebenbei. ) wie eine trashige Mischung aus Solaris, 2001 und so Horror-Zeugs wirkte und angenehm vorhersehbar war, was fürs Nebenbei-Gucken sehr wichtig ist. Mich als Latein-Nerd hat die nicht ganz richtige lateinische Botschaft am meisten verstört, die blutigen Augen waren eher lustig.
Birth: Ich schätze Jonathan Glazer sehr, eigentlich. Ich besitze sogar die DVD mit seinen Videoclips und Werbespots (z. B. dem Levi’s Odyssey Spot). “Sexy Beast” ist ein wunderbarer Film. Und auch “Birth” hat berückend-schöne Bilder und atmosphärische Musik. Trotzdem ist der Film der letzte Schrott, was vor allem an den komplett unglaubwürdigen Darstellern und am miesen Drehbuch liegt. Ich möchte für die nächsten 10 Jahre (mindestens) keinen Film mehr sehen, in dem 10jährige Jungen behaupten, sie könnten tote Menschen sehen oder eine einfallslose Variation davon. Generell sind ja 99% aller Kinderdarsteller unerträglich, doch dieses Kind war wirklich komplett entsetzlich bis hin zur Lächerlichkeit.
Ebenso wie “Gespenster” ist dieser Film “character-driven, not plot driven”, wogegen ich prinzipiell nichts habe. Jedoch im Gegensatz zu “Gespenster” gibt es überhaupt keine Charaktere, sondern nur dümmliche Pappfiguren, die überhaupt keine Charakter-Entwicklung durchmachen (können, weil Schauspieler und Drehbuch zu schwach sind). Daher ist der Film leider auch sehr langweilig, da alles sehr vorhersehbar ist. Außerdem erinnert Nicole Kidmans Frisur ununterbrochen an Mia Farrows Frisur in dem unendlich viel besseren Rosemary’s Baby, und überhaupt fallen einem ständig bessere Filme ein, mit denen man seine Zeit verbringen könnte.
Zum Inhalt: Hauptsächlich sitzen Leute in einer Wohnung rum und denken darüber nach, wie man den Film sinnvoll beenden könne. Wie man am Ende merkt, ist ihnen nichts vernünftiges eingefallen, mir übrigens auch nicht, mal abgesehen davon, dass Kind spätestens in der Mitte des Films vom Auto überfahren zu lassen. Achtung Spoiler: Das Kind stirbt leider nicht.
Ach ja, und dann habe ich noch ungefähr 1 Minute von Arac Attack gesehen, was völlig ausreichend war, weil ich erstaunlicherweise nicht in der richtigen Stimmung für Trash war.