Das Schmerzhafteste an diesem Film ist nicht etwa die doch sehr realistische Darstellung von Familienfeiern, sondern die deutsche Untertitelung. Dass die Groß- und Kleinschreibung teilweise nicht so funktioniert, geschenkt, dass ein Wort mal nicht im Wörterbuch war und deswegen einfach das dänische Wort eingeblendet wurde, naja, aber dass dann auch noch nämlich mit h geschrieben wurde, das war nur schrecklich. Aaargh. Und dann steht auf der DVD-Hülle noch “Nur Original ist legal!”. Bah, die illegalen Untertitel wären sicherlich besser gewesen.
Archiv für November, 2007
Sensation!
Hundehalter sind also doch lernfähig… Nachdem ich bei meiner letzten Begegnung mit der “Halterin” des Jagdhundes aus der Wohnung über mir (nicht zu verwechseln mit dem weniger aggressiven Jagdhund aus der Wohnung unter mir) relativ unfreundlich darauf reagierte, dass der Hund meine Handschuhe besabberte, weil sie nicht in der Lage war, den Hund an der Leine unter Kontrolle zu bringen und sich mit den klassischen Worten des unfähigen Hundehalters “Der tut nichts” zu rechtfertigen versuchte, hielt sie dieses Mal weiten Abstand von mir und brachte den Hund sogar dazu Sitz zu machen. Na also! Geht doch. Wenn ich Süßigkeiten dabeigehabt hätte, hätte ich ihr zur Belohnung ein Leckerli gegeben.
Winterfreuden
Nachdem auch in den mittleren Mittelgebirgslagen der Winter begonnen hat (momentan 12 Zentimeter Schnee auf meinem Balkon in perfekter Wintersport/Schneeball-Qualität, und es schneit weiter), besucht mich auch wieder meine feline Freundin, um sich bei mir aufzuwärmen. Momentan schläft sie unter dem IKEA Roadkill Kissen, nachdem sie vorher die Reste des Grünkohl-Experiments aus dem Wok geleckt hatte (mit Chili, merken Katzen das nicht?). Hach, so entzückend.
Ansonsten ergab eine Spontan-Umfrage gestern, dass fast niemand aus meinem Freundeskreis wasserfeste Schuhe besitzt, was natürlich sehr praktisch bei diesem Wetter ist. Allerdings ist die dringlichste Anschaffung jetzt ein Schlitten. Hurra!
Mein liebster Zeitvertreib momentan
ist der Evil Mad Scientist Laboratories Wettbewerb (sehr empfehlenswerter/s Blog generell) bei dem die besten/schrecklichsten search suggestions gesucht werden, die man bei ask.com (UK- oder US-Version) erhält. Der Flickr-Pool dazu wächst und wächst. Aaah, die bizarre Welt der Suchanfragen.
Otaku Central
Oder: Warum ich wirklich nur 25% Nerd bin.
Nach der ganzen Aufregung um Full Metal Village*, der nämlich noch mittags im Filmlager in Potsdam rumlag, obwohl er längst bei uns hätte sein sollen und dann von einem Mitarbeiter/vermutlich unbezahlten Praktikanten mit dem Auto in den Thüringer Wald gefahren wurde und dann doch noch rechtzeitig zum Spulen da war, war ich dann nach dem Film, der auch beim zweiten Sehen noch genauso großartig wie beim ersten Mal ist, wie auch das Publikum fand, irgendwie noch nicht müde und geriet daher auf eine private Anime-Party.
Äh ja. Eigentlich natürlich nur, weil ich herausfinden wollte, ob dort von Carla Translata übersetzter Trash läuft. Und weil mir erzählt wurde, dass gerade eine Serie namens Lucky Star gezeigt würde, die wie Sailor Moon auf Speed sei, eine sehr vielversprechende Beschreibung nachts um 11. Als ich dorthin kam, lief jedoch Das Mädchen, das durch die Zeit sprang, ein sehr schöner Film, den man (in diesem Fall: leider) auch mehrfach sehen kann, denn kurz nachdem ich angekommen wurde, wurde mir vom eigentlich Verantwortlichen die Verantwortung übertragen, den Beamer ins Büro zurück zu bringen. Und so war ich dann allein unter Otakus, die immerhin deutlich besser rochen als die Menschen, die immer Magic im Comicladen spielen, weswegen ich mich dort nie länger als 3 Minuten aufhalten kann.
Dann gab es noch eine Folge Denno Coil, was sehr interessant aussah (und zwar gut interessant, nicht im Sinne von “wie schmeckt das Essen? - interessant”.), vielleicht sollte ich lieber diese Serie gucken als die neue Heroes-Staffel. Danach lief leider weder Etchi noch Hentai, sondern noch schlimmer, irgendwelche Fan-Zusammenschnitte aus diversen Serien zu 80er Jahre Hair Metal. Besonders amüsant war ein Fan-Video, das zeigen wollte, wie vielfältig Anime sein kann und leider doch nur Mädchen mit großen Augen und kurzen Röcken zeigte. Dude, you know, that’s not exactly helpful.
Um 1.45 Uhr war dann endlich Schluss, das Licht ging an und die übrig gebliebenen Otakus wurden mit der schockierenden Tatsache konfrontiert, dass eine Frau anwesend war, die sogar mit ihnen sprach (”Am besten räumt ihr das blaue und das große Sofa auf die Bühne, vorher aber am besten die Leinwand abhängen. Der Rest kann so bleiben.”) . ZOMG! Besonders amüsant, wenn auch wenig erstaunlich war, dass keiner (obwohl seit Jahren an der Uni) bisher in einem Studentenclub war, und daher das Schild “Kein Ausgang” ernst genommen wurde (wobei ein Schild mit den Worten “kein Ausgang” auf einem Notausgang vielleicht auch irgendwie deplatziert ist, auch wenn darüber ein Notausgang-Schild leuchtet). Dass ich dann noch mit nicht-wasserfesten Schuhen, die sich nach und nach auflösten, durch den strömenden Regen heimgelaufen bin, passte dann irgendwie auch zum surrealen Abend.
Und jetzt funktioniert mein Gehirn nicht mehr, was aber vielleicht beim Lesen des Textes auch schon klar war.
*Irgendwie habe ich vergessen, über diesen Film zu bloggen. Nun ja. Jedenfalls ist Full Metal Village ein ganz großartiger Film, der klug und unterhaltsam zu gleich ist, ein wenig verstörend, aber auch euphorisierend. Unbedingt anschauen!
Es hätte der Beginn einer großen Karriere sein können…
aber Herr R. von den Berliner Eisbären hatte sich nur verwählt und wollte nicht potentiell wertvolle Eishockey-Talente aus Thüringen rekrutieren. Und das, obwohl die Top-Eisporthalle mit der sensationellen Multimediawand (!!!) fertig ist. Mist. Nicht, dass ich jemals Eishockey gespielt hätte, aber traurig bin ich doch.
Endlich mal wieder Kino
Da es irgendwie egal ist, ob ich nun 4 oder 5 Stunden schlafe, kann ich jetzt auch noch bloggen. (Meine neue Tagline…)
Und da ich endlich mal wieder zum Filmgucken gekommen bin, habe ich auch mehr zu berichten als ein paar Erkältungsbefindlichkeiten (Nebenhöhlen, bäh).
Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford: Ich bin immer etwas skeptisch, wenn ich den Kinosaal völlig überwältigt verlasse, aber in diesem Fall kann ich auch nach drei Tagen sagen: Ich liebe diesen Film. Ich bin beeindruckt davon, wie ein Regisseur mit seinem erst zweiten Kinofilm ein so dermaßen durchdachtes, kluges Werk vorlegen kann. Die Cinematographie ist überwältigend. Die Schauspieler sind großartig, allen voran Casey Affleck als Robert Ford. Ich habe seit The Ice Storm keine so gute Filmmusik gehört wie die von Nick Cave und Warren Ellis (entschädigt für einige eher durchschnittliche Alben und das mir etwas unverständliche Grinderman-Projekt). Ansonsten bringt mich dieser Film bringt mich dazu, lange Essays über den Film und das Genre Western an sich* zu schreiben, um meine Bewunderung auszudrücken, die ich dann aber schnell wieder lösche.
Die Nummer 23: Das Gegenteil von “Die Ermordung…”. Ganz und gar grauenvoller Scheiß. Unglaublich, aber wahr: noch viel schlechter als Cable Guy und Batman Forever! Langweilig, dämlich, ärgerlich.
**Spoiler-Warnung**
*Achtung, die debile Handlung bereitet Kopfschmerzen, obwohl ich schon den Quatsch mit dem Hund, der außerdem der Wächter der Toten ist, weggelassen habe*
Jim Carrey spielt einen Tierfänger (leider nicht halb so gut wie in Ace Ventura), der von seiner Frau (Virginia Madsen) ein mysteriöses Buch zum Geburtstag geschenkt bekommt, mit der Aussage, sie habe es gelesen und ganz interessant gefunden. Schon diese Szene ist unlogisch, da die beiden sich bei der Geschenkübergabe in der Buchhandlung befinden, wo Virginia Madsen anscheinend das Buch gefunden hat- aber vielleicht gehört sie zu den Menschen, die in Buchhandlungen die Bücher komplett lesen und dann wieder zurück ins Regal stellen. Das Buch ist im übrigen reichlich abgegriffen und zerlesen, etwas, was man maximal einem ungeliebtem Verwandten schenken würde, weil man keine 3 Euro in ein Paar Socken investieren wollte und der eigentlich untrinkbare Gratis-Wein, den es im Dönerladen zur 20 Euro-Bestellung gab, letztens ausversehen von versoffenen Freunden konsumiert wurde. Das Buch ist ein Pseudo-Noir/Hardboiled-Detective Novel-Dreck** über einen Saxophon- spielenden (uargs) Privatdetektiv, der dank einer ziemlich uninteressanten Blondine in das “Mysterium” um die Zahl 23 eingeweiht wird. Plötzlich ergibt alles 23! Ui! Noch “erstaunlicher” ist die Tatsache, dass Jim Carrey das Gefühl hat, dass der Autor sein Leben beschreibt. Uiui! Dank einiger “überraschender” Twists findet er heraus, dass in dem Buch ein realer Mord beschrieben wird und der Täter immer noch frei herumläuft. Der für den Mord Verurteilte ist nämlich unschuldig, weil sein Name nicht 23 ergibt, sondern nur 17 (da sagt der Mathe-Nerd in mir, dass 17 die Quersumme 8 ergibt, was wiederum ist, was fast wie 23 aussieht, aber soweit denkt keiner- Nerdnerd-Special: in Latex gesetzt!). Uiuiui! Jedenfalls werden in Folge Wände mit möglichst komplizierten Rechnungen vollgeschrieben, es wird ein verlassenes Haus besucht (warum das genau verlassen ist, ist mir auch nicht klar, aber egal…) und generell ausgiebig bei David Fincher geklaut (inklusive komplett überflüssiger CGI-Kamerafahrten). Und dann der Mega-Twist: Jim Carrey kommt das Buch bekannt vor, weil er es vor seinem Gedächtnisverlust selbst geschrieben hat! ZOMG! Er selbst ist der Mörder! What a twist! Und in Zimmer 23 des Hotels befindet sich Kapitel 23 an der Wand unter der Tapete (die sich natürlich rückstandslos entfernen lässt ohne Werkzeug)! 23! Komplett unmotiviert, aber 23!!!. Was.für.ein.Scheiß. Das schlechteste Drehbuch ever. Vielleicht hätte man den Film noch retten können, in dem man sich darauf konzentriert hätte, die Geschichte eines Mannes zu erzählen, der langsam daran erinnert, was vor seinem Gedächtnisverlust geschehen ist (auch wenn das nicht gerade originell ist), aber die Kombination mit dem 23!!!-Verschwörungsquatsch ergibt eine der dämlichsten Storys jenseits von RomComs. Vielleicht hätte man den Film auch retten können, wenn nicht ein so unendlich einfallsloser, durchschnittlicher Regisseur wie Joel Schumacher diesen Film gedreht hätte. Bei Michael Bay wäre zumindest irgendwas explodiert. In 23 von Hans-Christian Schmid gibt es immerhin eine halbwegs plausible Erklärung für die Obsession mit der Zahl 23 (übrigens haben die beiden Filme ansonsten gar nichts gemein). Der Film dauert übrigens nur 98 Minuten, ist aber noch langweiliger als ein Wim Wenders-Film und stört das Raum-Zeit-Kontinuum nachhaltig, so dass sich die 98 Minuten kaugummiartig in die Länge ziehen (Typ Hubba Bubba extra chemisch).
Rocky Balboa: Im Anschluß an Die Zahl 23 wirkt wohl jeder Film wie ein Meisterwerk. Aber generell ist Rocky Balboa kein schlechter Film. Okay, Sylvester Stallone ist kein Charakterdarsteller, doch die Handlung ist einigermaßen durchdacht, der Film flott geschnitten und unterhaltsam. Sehr erfreulich.
Tideland: Du fandet 12 Monkeys ein bisschen zu kommerziell? Pans Labyrinth war nicht verstörend genug? Die Ästhetik von Tim Burton-Filmen ist zu angenehm und glatt? Willkommen bei Tideland. Bizarr und sehr verstörend. Wie bei Pans Labyrinth geht es um ein kleines Mädchen, dass sich aufgrund äußerer Umstände in eine grauslige Fantasiewelt flüchtet. Während Pans Labyrinth vor allem aufgrund der extrem brutalen Szenen verstörend wirkt, erreicht Tideland das durch sehr seltsame Charaktere, unangenehme Szenen und einen wenig strukturierten Plot. Hm.
*warum Western ein faszinierendes Genre ist, dass im besten Fall mehr als jedes andere Genre über das Verhalten der Menschen an sich erzählt, weil es ermöglicht, menschliches Handeln unter Extrembedingungen mit sezierendem Blick zu betrachten wie in einer wissenschaftlichen Versuchsanordung, weswegen dann eben allgemein gültiges erzählt wird, warum Western trotz seines anti-intellektuellen Inhalts das intellektuell spannendste Genre ist, das einzig wirklich postmoderne Genre (weil nämlich jeder neue Western die Geschichte des Genres mit seinen Konventionen transportiert, aber gleichzeitig spätestens seit Sam Peckinpah nicht mehr einfach nur mit diesen Konventionen funktioniert). Falls ich mal eine Doktorarbeit in Filmtheorie verfassen will, führe ich das aus…
**Mein mindestens zweitliebstes Genre ist Film Noir, und ich liebe Krimis. Ich hasse allerdings schlechte Noir-Kopien und klischeehafte, schlechtgeschriebene Krimis.




