Archiv für Juli, 2008

Falls jemand versuchen sollte, mich mit Rufnummerunterdrückung anzurufen und ich nicht rangehe…

Es haben mal wieder genug Callcenter-Deppen angerufen. Ich weiß nur nicht genau, wer mein Favorit der Woche ist:

Die Frau eben, die noch nicht mal sagen wollte, für welche unseriöse Firma sie arbeitet und daher lieber auflegte, oder der Mann, der insistierte, dass ich bei einer kostenlosen Gewinnspiel-Hotline, die in “Einkauf Aktuell” beworben war, angerufen hätte.

Die nächste Person kriegt Auszüge aus der Diplomarbeit vorgelesen, die ich letzte Woche Korrektur gelesen habe. Dann werde ich hoffentlich endlich auf eine Nie-mehr-anrufen-Liste gesetzt. So schön die Idee mit der Robinson-Liste ist (auf der ich im Übrigen seit Jahren stehe), sie wird ja nur von seriösen Firmen verwendet- Firmen, die ihren Mitarbeitern anscheinend verbieten, den Firmennamen zu nennen, kümmern sich logischerweise auch um solche Dinge nicht.

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Öh, ich bin jetzt auch im 21. Jahrhundert angekommen.

Kann es sein, dass ungefähr jeder einen Skype-Account besitzt, nur ich bisher nicht? Erstaunlich.

Kommentare (1):

Arg!

Man sollte ja meinen, dass Ingenieure und Informatiker, wenn sie sich schon nicht gut ausdrücken können, doch zumindest ein gewisses Verständnis für Logik aufbringen und deswegen durchaus den Unterschied zwischen “Dieses Kriterium soll erfüllt werden” und “Dieses Kriterium sollte erfüllt werden” begreifen. Alas, das ist nicht der Fall. Immerhin habe ich Rechtschreibungfehler gefunden, die weder die normale Word-Rechschreibprüfung noch das Duden-Add-On (nicht meins, mein Duden ist immer noch in gebundener Form, alles andere ist nicht Scrabble-geeignet) gefunden hat. Hurra!

Ob es wohl auffällt, wenn ich “welfare” in “warfare” umwandle?

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Channelling Thomas Mann, oder auch: keine Angst vor Nebensätzen

Da mir versprochen wurde (neben größeren Mengen Bier und Bratwurst), dass ich das englische Abstract für die Bibliothek schreiben dürfe (und da es das Thema hergibt, dass ich ausgiebig den Thesaurus wälzen kann, um ein resolutely highbrow abstract zu schreiben, was dann von niemanden hier mehr verstanden wird, oh joy!), lese ich gerade die dazugehörige Diplomarbeit Korrektur.

Das ist an sich noch keine bemerkenswerte Tatsache, denn in den letzten Jahren habe ich alle paar Monate ähnliches getan, was nicht nur manchmal meine Nerven strapaziert, sondern mir auch William Carlos Williams (amazing) näher gebracht hat, neben einigem anderen.

Jedenfalls: Die aktuelle Arbeit ist eine Ansammlung von Hauptsätzen mit durchschnittlich acht Wörtern (dieser Satz enthält bereits mehr), die akkurat durch Punkte getrennt sind. Von Nebensätzen keine Spur. Sehr minimalistisch. Es liest sich wie ein Telegramm. Ein sehr langes Telegramm. Ein sehr antrengendes Telegramm. Man möchte es eher ungern lesen. Wahrscheinlich ist das der persönliche Stil des Autor. Auch wenn besagter Autor ganz anders redet. Jedenfalls bin ich sehr versucht, die gesamte Arbeit mit Nebensätzen zu versehen. Wenn die nicht 80 Seiten lang wäre und man ja, wenn man so etwas versucht, es auch gründlich machen muss.

Oder kurz gesagt: Ich zerkaue gerade einen Stabilo point 88/36 (grün), der hoffentlich ungiftige Farbe enthält, um meine Nerven zu beruhigen.

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TFF, WTF?

Bonnie “Prince” Billy war großartig. Allerdings kriegt mich auch jeder, der seine Songs mit Gestik singt (siehe meine unerklärliche Faszination mit Billy Corgan, obwohl der wirklich seit ungefähr 2002 keinen einzigen guten Song mehr veröffentlicht hat) und seine Stimme innerhalb einer Zeile brechen kann (siehe auch Jeff Tweedy, ah, Jeff Tweedy!). Diese Menschen lassen allerdings an einer Hand abzählen lassen.

However: There are times when I look at people and I see nothing worth liking.

Kiffende Dreadlock-Hippies in müffeligen Plastik-Regenjacken (obwohl es trocken war) mit vollgestopften Rucksäcken, die sie einem unabsichtlich (?) ins Gesicht drücken und Regenschirmen, die dann auch noch das ganze Konzert über reden müssen- da gibt es nicht mehr viel, was dazu kommen muss, um diese Personen noch mehr zu hassen (vielleicht noch zwei Trolleykoffer mit billigen Rollen und ein Che Guevara-Shirt, wobei das wahrscheinlich unter der Regenjacke verborgen war).

Und wer auch immer das hinter mir war, der sich darüber beschwerte, dass die Musik nach Country klingen würde, das Festival nennt sich “Weltmusik.Folk.Roots” (normalerweise Grund genug, schreiend wegzulaufen, ich weiß, aber Bonnie “Prince” Billy!). Und wenn da Country nicht hineinpasst, lasse ich mir heute noch eine Konföderationsflagge über mein Herz tätowieren (classy!) und ziehe in einen Trailerpark nach Arkansas, weil ich mich dort zumindest bewaffnen kann und jeden einzelnen anti-amerikanischen Pansen erschießen kann. U!S!A! Und wo wir dabei sind, wer ebenfalls diese Woche gestorben wäre, wenn Blicke denn hätten töten können (warum eigentlich nicht?), war der Pseudo-Informatiker (der noch nicht mal simple Logik-Operatoren verstand, aber das ist eine andere Geschichte), der behauptete, er würde eh nicht in die USA einreisen dürfen (vermutlich wegen seiner l33t hAckoR sKillZ); nicht, dass er es jemals versuchen würde, denn die seien so ungastlich. Damit hat er natürlich völlig recht, denn wie jeder afrikanische Immigrant in einem spanischen Flüchtlingscamp und jede Familie in Abschiebehaft bestätigen kann, nehmen “wir” die poor and huddled masses mit offenen Armen auf. Fuck you. Von gleicher logischer Präzision war sein Argument, dass Linux durch die vermehrte Benutzung verunreinigt würde, weil dann Leute auf die Idee kommen würden, Spy-Ware und ähnliches zu programmieren. Meinen Hinweis, dass die Leute, die die Spy-Ware programmieren, die Personen seien, die das System verunreinigen würden (mal ganz abgesehen davon, dass Spy-Ware “nur” bedeutet, dass das System nicht so perfekt ist, wie man gern glauben möchte- Windows ist da zumindest ehrlich) und nicht die User, die auf so etwas reinfallen, verstand er leider nicht. Oh well. When I am king, you will be first against the wall.

Aber zurück zum TFF. Nicht ganz so hassenswert, eher völlig unverständlich sind mir Eltern, die ihre Kinder zu einem in keiner Weise kindgerechten Konzert mitnehmen, das um Mitternacht beginnt. Aber lieber schreiende Kinder als schwafelnde Hippie-Pansen (im Zweifelsfalle auch lieber Pisse-werfende Affen in Manchester als selbstgerechte Arschlöcher).

Besonders bizarr war außerdem, dass es mir um 23 Uhr leider nicht mehr möglich war, eine Karte zu kaufen, weil die Kasse, die ich nach längerem Umherirren fand- Ausschilderungen sind offensichtlich für Anfänger- zwar geöffnet war, aber nicht besetzt. Der Security war mein fehlendes Bändchen allerdings auch scheißegal, so dass ich dann eben nichts für das Konzert bezahlt habe und stattdessen eine CD gekauft habe, so dass mein Geld zumindest direkt den Künstlern zugekommen ist.

Hinzu kommt noch diese komplette und alles durchdringende DDR-Spießigkeit (deutlich abzugrenzen von z. B. schwäbischer Spießigkeit, die selbstredend auch komplett entsetzlich ist), deren “Weltgeist” sich auf die eigenen vier Wände beschränkt. (Dies ist allerdings ein Punkt, der noch weiter zu erläutern wäre, in 11000 Wörtern und mehr. Zur Vorbereitung sei auf “Maschinenwinter. Wissen, Technik, Sozialismus. Eine Streitschrift.” von Dietmar Dath verwiesen.)

Ich bedauere doch ein wenig, nicht mein komplettes Geld in die Subskriptionsausgabe der gesammelten Werke Thomas Bernhards investiert zu haben.

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Short Road To Happiness

Wirklich eine nette Geste: Dass gestern im Café völlig unvermittelt der Song zu meinem T-Shirt gespielt wurde.
(Wobei man anmerken muss, dass dieses Shirt so, äh, figurbetont geschnitten ist, dass man für das Tragen nicht nur einen Song, sondern auch ein Bier spendiert bekommen sollte. Ähem.)

(Und noch mehr happiness: Eben war der Paketbote da und hat mir meine neue USB-Soundkarte gebracht! Endlich wieder Musik am Laptop, woooohoooo!)

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