Da mir versprochen wurde (neben größeren Mengen Bier und Bratwurst), dass ich das englische Abstract für die Bibliothek schreiben dürfe (und da es das Thema hergibt, dass ich ausgiebig den Thesaurus wälzen kann, um ein resolutely highbrow abstract zu schreiben, was dann von niemanden hier mehr verstanden wird, oh joy!), lese ich gerade die dazugehörige Diplomarbeit Korrektur.
Das ist an sich noch keine bemerkenswerte Tatsache, denn in den letzten Jahren habe ich alle paar Monate ähnliches getan, was nicht nur manchmal meine Nerven strapaziert, sondern mir auch William Carlos Williams (amazing) näher gebracht hat, neben einigem anderen.
Jedenfalls: Die aktuelle Arbeit ist eine Ansammlung von Hauptsätzen mit durchschnittlich acht Wörtern (dieser Satz enthält bereits mehr), die akkurat durch Punkte getrennt sind. Von Nebensätzen keine Spur. Sehr minimalistisch. Es liest sich wie ein Telegramm. Ein sehr langes Telegramm. Ein sehr antrengendes Telegramm. Man möchte es eher ungern lesen. Wahrscheinlich ist das der persönliche Stil des Autor. Auch wenn besagter Autor ganz anders redet. Jedenfalls bin ich sehr versucht, die gesamte Arbeit mit Nebensätzen zu versehen. Wenn die nicht 80 Seiten lang wäre und man ja, wenn man so etwas versucht, es auch gründlich machen muss.
Oder kurz gesagt: Ich zerkaue gerade einen Stabilo point 88/36 (grün), der hoffentlich ungiftige Farbe enthält, um meine Nerven zu beruhigen.