Archiv für Fußball

Final-Anmerkungen

1. Der Pansen mit der Handynummer, die fast wie meine ist (nur mit einer 6 statt einer 3 und einer zusätzlichen 1 am Ende, bitte mit Telefonterror überziehen, danke), der immer mal wieder gern anruft und dann wieder auflegt, hat sich gerade eben mit “Marta?” (oder so ähnlich) gemeldet, dann aber doch wieder aufgelegt. Hass!

2. Nein, der Menschheit im Allgemeinen zuliebe (warum eigentlich?) bin ich nicht beim Public Viewing. Es ist besser so.

3. Im Kampf debiler Nachbarhund gegen Katze auf dem Nachbardach scheint die Katze zu gewinnen. Team Katze!

4. Mega-Halbzeitsnack: Shrimp-Nudeln (bzw. “Schrimp” laut Packung). Allerdings verstörend: die dunklen “Krümel” in den Nudeln; Sand oder feingemahlene Shrimp-Schalen?

5. SF2, ich liebe dich und deine Kommentatoren, insbesondere den humorlosen Volker Finke. Selbst die Runde mit Berti Vogts/Ahsbahs ist teilweise unterhaltsam, wenn auch nur deswegen, weil ich 90% der Unterhaltung nicht verstehe.

Ach ja, und dank SF2 habe ich erst am nächsten Tag mitbekommen habe, dass beim ZDF das Bild ausgefallen war.

6. Wer auch immer bei den 4 Spielen, die ich im ZDF gesehen habe (und nicht auf SF2), kommentiert hat, bitte verlauft euch in der Sendezentrale in Mainz und findet nie wieder den Weg in ein Stadion. Fernsehgarten, Morgenmagazin, das wär doch auch was.

7. Und noch was: Herr Löw, damals Saison 97/98, 26. Spieltag, HSV-Stuttgart 0:0 im klassischen Hamburger Nieselregen. Der HSV war unfähig, Stuttgart bemühte sich nicht mal, und der Ball konnte nicht ins Tor rutschen, weil er nie in Tornähe kam. Immer noch das schlechteste Fußball-Spiel, das ich je komplett gesehen habe (Schweiz-Ukraine bei der WM 2006 und fast alle UEFA Pokal-Auftritte von Hertha BSC wären noch so Kandidaten, aber diese Spiele habe ich nicht komplett gesehen bzw. mittlerweile komplett verdrängt). Ich hätte als gern kleine Entschädigung ein bis drei maßgeschneiderte weiße Blusen. Ja?

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EM-Notizen

Gestern im Globus-Getränkemarkt: Eine Frau mit einem Goleo-Schlüsselanhänger. Ist das schon retro?

Warum wird nach jedem Tor “Samba de Janeiro” gespielt? Gruselig!

Ebenfalls gruselig: dass ich ausgerechnet letzte Nacht von “ Games” geträumt habe. Michael Haneke, Rächer der österreichischen Fußballnationalmannschaft. Wie übersetzt man eigentlich “sick fucker” ins Deutsche? Aber hey, Michael, wenn du mal wieder ein sinnloses Remake deiner eigenen Filme drehen willst, ich hätte da noch ein paar neue Ideen.

In meiner persönlichen Weißbierliga führt übrigens nach 6 Spieltagen Schwarzbacher Sonnen-Weisse knapp vor ;Kapuziner Weißbier, dem wegen der Assoziation mit Mönchshof (brrr) leider einige Punkte abgezogen werden mussten. Weit abgeschlagen, sozusagen das Österreich des Wettbewerbs: Franziskaner Weißbier. Ich wurde heute belehrt, dass dies das absolute Lieblingsbier von Manuel Andrack sei; nun, das erklärt, warum ich Manuel Andrack noch nie mochte. Münchner Titelfavoriten wie Weihenstephan, Hacker-Pschorr (mit Bonus für den Satz “Wann schmeckt das erste Bier? Richtig – am späten Vormittag…” auf der Website) und Augustiner spielen allerdings erst in späteren Runden bzw. wenn ich einen Getränkeladen gefunden habe, der diese Biere führt und keine absurden Öffnungszeiten wie “nur mittwochs von 8 bis 10 Uhr” hat.

Das Bier wird selbstverständlich im Elchglas genossen. Stilecht!

Übrigens vermisse ich meine beiden Lieblings-WM-Produkte: Eisbergsalat in Fußballverpackung und schwarz-rot-goldene Tomaten. Rewe, ey! Immerhin gibt es wieder Fußballbrot.

Ach ja, und dann noch: IVAN KLASNIC!!! Woohoo!

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Mmm

Okay, okay, ich widerrufe. Die EM ist doch etwas spannender als ein durchschnittlicher Bundesliga-Spieltag, und ich denke nicht mehr bei jedem Spiel “wenn das jetzt das Championsleague Finale wäre, seufz” und bin mittlerweile sehr in EM-Stimmung. In meinem Delirium habe ich heute sogar den DSF-Doppelpass geguckt, ich gebe den Heuschnupfen-Medikamenten die Schuld. Der Live-Ticker des Guardian erreicht auch wieder das gewohnte sarkastische Niveau. Bonus: Das Mini-Autocorso eben in der Fußgängerzone. Ich hätte doch bei McPfennig (”Sparen wie die Schotten”) eine Türkei-Fahne für kleines Geld kaufen sollen, um mich daran zu beteiligen. Und auch der Fußball-Kommentar auf SF2 ist sehr, sehr gut. Wirklich. Hatte ich irgendwie nach dem Championsleague Finale vergessen. Spitzenausdruck von heute:
Spitalpass nennt der Schweizer einen Pass, den ein Spieler unmöglich erreichen kann, weil dort direkt ein Verteidiger steht, und der Versuch, den Pass zu erreichen, mindestens in einer Kollision oder in einem Foul endet. Anscheinend eine häufigere Spielsituation im Schweizer Fußball.

Nur Fußball-Gucken mit Leuten, die absolut gar keine Ahnung von Fußball haben, sich aber wie die totalen Experten fühlen, das geht gar nicht.

In other news: Mein Zelt steht testweise im Wohnzimmer und müffelt seltsam. Und mein scheinbar neuer Nachbar präsentiert sich nur in Unterhose und mit Hund auf dem Dach des Hauses gegenüber. Immerhin nicht wieder morgens um 6 mit vielen ebenfalls leicht bekleideten Freunden. Hm. Vielleicht sollte ich mich mal beim Mieterbund darüber informieren, wieviel Mietminderung man beantragen kann, wenn sich ein Swingerclub/”Sauna” im Haus befindet.

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Für nächsten Montag

Es gibt viele Gründe, Grissemann und Stermann zu lieben (u.a. Immer nie am Meer), aber der beste ist wohl die Cordoba-Reportage. Immer wieder schön:

Aaaah!

Und nochmal:

Mmmmh!

Nochmal? Nochmal!

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Kindergeburtstag

Spiele, Spaß, Bratwurst (Privatfleischerei Gehlberg, sehr empfehlenswert), Schnaps und die Erkenntnis, dass ich die Königin des “Äpfel mit dem Mund aus einem Wasserbecken fischen” bin, was vermutlich an meiner wenig damenhaften Furchtlosigkeit vor dreckiger und nasser Kleidung liegt. Dabei habe ich mir irgendwas verrenkt, wobei ich nicht ganz weiß, ob ich meinen eh schiefen dritten Halswirbel wieder eingerenkt habe oder alles noch schlimmer gemacht habe. Nun ja. Außerdem wurde mir zum dritten Mal in meinem Leben Doppelkopf beigebracht, und dieses Mal habe ich es sogar begriffen, was daran liegen könnte, dass ich nicht wie zuvor ununterbrochen angemeckert wurde beim Spielen. Yeah! Außerdem kann ich im Blindtest Köstritzer Pils von Rosen Pils unterscheiden, selbst wenn mir Rosen Pils als Köstritzer untergeschoben wird. Ha! Immerhin etwas gelernt in Thüringen.

Ansonsten wünsche ich mir gerade, einen fiesen Uni-Klatsch- und Tratsch-Blog zu schreiben, dann könnte ich die anderen Erlebnisse des gestrigen Abends etwas ausführlicher beschreiben, aber mein Gewissen hält mich leider davon ab. Daher 1880 Zeichen (sagt Word) anonymen Hass:

Dabei hätten es Leute, die Unterhaltungen über Fußball unterbrechen, um mitzuteilen, dass sie Fußball doof finden, wirklich nicht besser verdient. Insbesondere wenn sie die Unterhaltung nur unterbrechen, um die Frau (also mich) anzugraben und sich dann noch nicht mal von meiner Antwort, dass Desinteresse an Fußball ein Charakterfehler sei, abschrecken lassen. Hinweis: Ich bin nicht an dir interessiert, twat, und zwar im Sinne von “selbst wenn du der letzte Mann auf Erden wärst und ich die letzte Frau und ich das Überleben der Menschheit sichern müsste, würde ich eher nach einer Samenbank suchen als mich mit dir einzulassen”. Und überhaupt: Dude, nur weil ich eine Frau bin (und genau das auch die einzige Eigenschaft ist, die mich für dich interessant macht, vielen Dank), habe ich noch lange kein Interesse an dir, insbesondere nicht, wenn du nicht aufhörst, mich anzubaggern, nachdem ich dir gesagt habe, dass ich einen Freund habe (was du sicherlich häufiger hörst, aber in diesem Fall stimmt es. Ansonsten gilt natürlich auch der Satz des Beziehungsexperten Homer S.: “ich bin nicht lesbisch, aber ich lerne es noch”. Wobei Nonne in einem Bier-brauenden, Schnaps-brennenden Kloster meine preferierte Möglichkeit ist. Egal.). Selbst wenn ich Interesse an charakterlosen, Fußball-hassenden, Eistee-saufenden Informatikern mit selbstrasierten Unfrisuren hätte, die 5 Jahre jünger als ich sind und sich 15 Jahre jünger benehmen, selbst dann wäre die Auswahl so groß, dass ich wahrscheinlich per Los entscheiden müsste und mich höchstwahrscheinlich nicht für dich entscheiden würde. Und nur weil ich angetrunken bin, heißt NEIN nicht plötzlich JA. Und jetzt hör auf, auf meine Brüste zu starren und verpiss dich. Ach ja, und die Tatsache, dass du angeblich schon deinen vierten Eistee trinkst, macht dich nicht unbedingt attraktiver, insbesondere nicht, wenn der dazu führt, dass dir Sabber aus dem Mund läuft. Das gilt auch für den unvergessenen Herrn B., dessen sensationelle Anmache damals den Satz “ohne drei Bier kann ich nicht einschlafen” enthielt. Äh, kein Interesse. Fuck off. Allerdings danke ich dem Eistee, dass er nicht in deinem Magen verbleiben wollte und ich dich so losgeworden bin. Haha. Wanker.

(Ich bin wirklich verstört, wie penetrant manche Leute sein können.)

Ansonsten sollte das Studentenwerk wirklich über die Umwandlung des neon-orangen Wohnheims in ein Laufhaus nachdenken, es wäre die Lizenz zum Gelddrucken.

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Baaah! (-aaaaaahhhhhhh!!!)

Eigentlich weiß ich ja, dass man sehr dumme Menschen ignorieren sollte, wenn sie sehr dumme Sachen sagen, aber die dann auch noch in einem ekelhaft belehrenden Tonfall vorgetragen werden, gelingt mir das leider nicht so.

Deswegen jetzt hier die dümmste Aussage 2007, mit der sich betreffende Person in eine Diskussion über das Spiel HSV-Frankfurt einmischte: “Ich gucke ja auch gern Fußball, aber sich über Fußball zu unterhalten finde ich unmöglich.”  OMFG!!!1!!!!1111!!!!1!!Elf!!!!!!!

Ich bin immer noch sprachlos.

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I’m a number, not a person!

Nachdem ich letztens zu meinem tiefen Bedauern einen neuen Sozialversicherungsausweis ohne lustige Fehler zugeschickt bekam (anscheinend hatte endlich jemand kapiert, wie man längere Nachnamen richtig in den Computer eingibt), habe ich jetzt eine neuen Quell der Freude: den seltsamen Newsletter der Bahn, in dem ich mit Frau 1 und Nachnamen angeredet werde. Aber damit nicht genug der Freude, nein, mir wurde auch noch die Hertha BSC-Bahncard 25 angepriesen, die sich bei jedem Auswärtssieg um 1 Monat verlängert, also vermutlich gar nicht. Clever, sehr clever! Für mich als Hertha-Hasser und Bahncard 50-Besitzer also genau das Richtige. Endlich wieder etwas für den *lol*-Ordner, in dem sich bisher nur so ausgewählter Spam wie “Ich besitze drei Vulkane, die ich jede Woche kehre” befindet.

Außerdem kann ich jetzt in diesen Dialog aus The Prisoner eingreifen
Number 6: Where am I?
Number 2: In the Village.
Number 6: What do you want?
Number 2: We want information.
Number 6: Whose side are you on?
Number 2: That would be telling. We want information… information… information.
Number 6: You won’t get it.
Number 2: By hook or by crook, we will.
Number 6: Who are you?
Number 2: The new Number 2.
Number 6: Who is Number 1?

und “I am Number 1″ sagen. Hurra! Rätsel gelöst!

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Here’s to the atom bomb

Nachdem mein Gehirn wieder einigermaßen in meinen Kopf zurückgekehrt ist- warum muss auch der erste Anblick bei der Rückkehr ein wohlbekannter Dozent sein, der Wackersteine über eine Wiese rollt- jetzt mein Bericht vom Rock im Park 2007.

Zunächst mal: Ich fühle mich sehr alt. Allerdings fand ich Dixi-Klos und Zelte Anzünden noch nie lustig, genauso wenig, wie Müll in irgendwelchen Seen zu entsorgen (auch wenn die eh schon aussahen, als seien sie längst umgekippt). Mit 16 hätte ich mich auch noch deutlich mehr über die Umweltverschmutzung aufgeregt, es waren schließlich die 90er, und man glaubte allgemein, dass man den Regenwald und damit das Weltklima noch irgendwie retten könne. Während ich noch ein wenig Verständnis dafür aufbringen könnte, überteuerte Hot-Dog-Stände anzuzünden (4 Euro für 1 Mega-Hot-Dog, ne, günstig) oder den Besitz der Person, die beschlossen hatte, für das Füllen von Wasserkanistern Geld zu verlangen (fucking cunts), kann ich beim besten Willen nicht verstehen, weswegen man Dixi-Klos umschmeißen und/oder anzünden muss. Naja, ich verstehe ja auch nicht, weswegen man eine Menge Geld (130 Euro) dafür bezahlt, sich drei Tage so dermaßen zu besaufen, dass man nichts vom eigentlichen Festival mitbekommt, das geht doch viel günstiger auf dem Parkplatz hinterm Kaufland, und Bratwürste und Bier gibt’s dort auch. Randale gab’s an dem Wochenende viel günstiger und “lustiger” auch in Rostock und Umgebung. Naja. Auch verstehe ich nicht, wofür die Camping-Platz-Security eigentlich da war, außer mit Scootern in der Gegend rumzudüsen, wenn die nicht mal verhindern kann, dass zweimal hintereinander am helllichten Tag Dixi-Klos abgefackelt werden.

Dass die Camping-Plätze überfüllt sein würden, war eigentlich schon klar, als bekannt wurde, dass das Festival ausverkauft sei, beim Hurricane 2004 war es ähnlich unschön. Die Idee, parallel zum Festival ein Fußball-Länderspiel stattfinden zu lassen, war hingegen eher ambitioniert. Bösartigerweise könnte man den Planern unterstellen, sie hätten sich darauf verlassen, dass das ja früher auch schon prima geklappt hatte. Mal abgesehen davon, dass der Weg zum Schwimmbad dadurch “etwas” komplizierter wurde (aber schön, normalerweise klettern Leute unter dem Zaun durch, um aufs Festivalgelände zu kommen, wir um endlich raus zu kommen) und mal abgesehen davon, dass Muse etwas später anfangen mussten, um nicht die Nationalhymnen zu stören, ging es wirklich einigermaßen. Und 2,50 Euro für zwei delikate fränkische Bratwürste am Stadion erschienen einem nach den Festivalpreisen auch wie eine milde Gabe.

Immerhin scheint das exzessive Helga-Geschreie zurückzugehen, vielleicht lag es aber auch daran, dass SLAYER!!! spielten, und man SLAYER!!! eh viel besser schreien kann.

Nun aber zum Wichtigsten, der Musik:

Freitag: Der Tag begann grauenvoll mit Revolverheld und Good Charlotte und ordentlichem Regen, aber dafür gibt es ja Gummistiefel und Ohrenstöpsel. Und nach dem Hurricane-Festival letztes Jahr ist ja eh alles, was nicht zu nicht zu knietiefem Wasser auf dem Gelände führt, kein richtiger Regen (genauso wie Haldern-Besucher wissen, dass solange die Kopfhaut nicht zu erfrieren scheint, das Duschwasser nicht kalt ist). Besser wurde es dann schon mit Travis, die jede Menge altes Zeug spielten und damit Männer zum Weinen brachten. Schön. Dafür erträgt man auch fast die immer noch völlig entsetzlichen Mia., die immer vor der Band zu spielen scheinen, die ich unbedingt sehen will. Angenehmerweise wollten nach Mia. fast alle die Ärzte sehen, so dass auf der Alternastage etwas Platz war, und auch bei den Scissor Sisters nur die Leute da waren, die unbedingt die Band sehen wollten. Die Scissor Sisters waren gut wie immer, allerdings war die Show weniger explizit als noch vor einem Jahr auf dem SonneMondSterne, dafür war das Outfit von Jake Shears sensationell toll und eng. Nach so viel Popmusik hatte ich keine Lust mehr auf Wir Sind Helden, so dass ich in Ermangelung von Alternativen bei Dragonforce landete, die wie ich einem T-Shirt entnehmen konnte, immerhin beim Wacken 2005 auf der True Metal-Stage spielen durften (übrigens Riesen-Film: Full Metal Village), wie ich einem T-Shirt entnehmen konnte. Naja. Zum Abschluss des Tages kamen dann endlich Megadeth, die trotz endloser Umbaupause einen sehr schlechten Sound hatten.

Sonnabend begann mit der Schwimmbad-Odyssee, weswegen ich The Cribs verpasste, ebenso wie The Cat Empire. Aber The Hives als Auftakt sind ja auch immer wieder schön. The Hives sind neben Turbonegro sowieso die beste Festivalband, weil die zu jeder Tageszeit funktionieren. Danach ging es zu Maxïmo Park, die sehr, sehr gut waren. Vor der Bühne war der beste Moshpit, in dem ich seit Jahren war. Ein absolutes Highlight. “Die haben schon einige Hits” trifft es ganz gut. Abends ging es dann weiter mit Muse, die irgendwie bei Tageslicht nur halb so eindrucksvoll sind, aber trotzdem sehr gut waren. Dann die Flucht vor der Nu Metal-Boygroup Nr. 1 Linkin Park zur Alternastage, wo leider Emo-Boygroup Nr. 1 My Chemical Romance noch 20 Minuten kalkulierte Emotionen darbrachte. Brrr. Geschickterweise hätte man Muse auf der Alternastage spielen lassen sollen, um das Line-Up des Grauens Billy [no] Talent, MCR und Linkin Park hintereinander auf einer Bühne spielen zu lassen. Oder vielleicht auch gleichzeitig, egal, nur bloß nicht in meiner Gegenwart. Weiter ging es jedenfalls mit den Arctic Monkeys, die leider etwas wenig Bühnenpräsenz hatten, was aber die Leute nicht davon abhielt, zu den Songs zu feiern. Und war es vorher schon recht voll gewesen, wurde jetzt der Platz bis auf den letzten Quadratmillimeter gefüllt, denn die White Stripes traten nach reichlich langer Umbaupause auf. Hurra! Endlich mal eine Band, die ich noch nie vorher gesehen hatte. Es gab Hits (Hotel Yorba, Jolene, Black Math, I don’t know what to do with myself, und klar, Seven Nation Army) und neue Songs und Gitarrengeschrammel als Überleitung zwischen den Songs, was meistens recht fein war, mich allerdings zu ersten Stoßgebeten veranlasste, dass die Smashing Pumpkins am nächsten Tag auch noch was anderes als Billy Corgan-Gitarrensolos spielen würden… Danach die Flucht vor Evanescence, die sich ein ganz klein wenig schwierig gestaltete, denn plötzlich fiel doch auf, dass dieses Jahr 20.000 Menschen mehr da waren, die auch alle vor Evanescence flohen.

Sonntag: Der Tag begann mit abgebrannten Dixi-Klos und eiskalten Duschen (Haldern-Style). Musikalisch gab es zum Frühstück Fair To Midland, die genauso langweilig wie ihr Name waren und dann die Fratellis, die erstaunlich gut waren und auch jede Menge fröhliche Fans dabei hatten. Danach gab’s eine gute Sudafed, die meine Festivalerkältung erfolgreich beseitigte, so dass meine Vorfreude auf die Smashing Pumpkins zurückkehrte. Nach dem Mittagessen ging es zu den Kaiser Chiefs, die ich mittlerweile leider nicht mehr ertrage, mal von “I predict a riot” abgesehen (und da bevorzuge ich die Girls Aloud-Version). Mando Diao danach waren zum ersten Mal (von vier Auftritten, die ich mittlerweile gesehen habe) unterhaltsam und gut, was aber auch an dem relativen Mangel an kreischigen Mando Diao-Mädchen und der sehr guten Security vor der Bühne gelegen haben kann. Der Einlass in den Teil zwischen Bühne und Crowdbreaker war bestens organisiert und funktionierte exzellent. Dadurch war es bei den Beatsteaks auch sehr angenehm vor der Bühne, obwohl exzessiv rumgesprungen wurde. Mal von den beiden deutschen Liedern abgesehen waren die Beatsteaks super, und mein T-Shirt danach klatschnass.

Dann wurde endlich, endlich für die Smashing Pumpkins aufgebaut und endlich tauchten ein paar Menschen in Zero-T-Shirts auf. Hurray. Dann nach 6 1/2 Jahren- Die Rückkehr der Smashing Pumpkins. Der Auftritt begann sehr erfreulich mit “Tonight, Tonight”. Zu meinem großen Erstaunen wirkte die Band auch wirklich wie eine Band, nicht nur wie eine Ansammlung von Mietmusikern. Sollte es also wirklich nochmal funktionieren? Die neuen Songs klangen vielversprechend, vor allem im Vergleich zum Billy Corgan-Soloalbum, was ich genau einmal unter Schmerzen gehört habe. Rausch, Wahnsinn, Maßlosigkeit? Klar, alles dabei, aber auch ein Gitarrensolo für den neuen Gitarristen und ein Bass-Solo für die neue, sehr gute Bass-Frau, die sogar etwas singen durfte. Außerdem genauso exzessives Crowdsurfen wie früher. “Do you wanna go for a ride?” Oh yeah. Nach fast allen Über-Hits und sehr vielen neuen Songs gings dann in die Zugabe, die mit “Cherub Rock” sehr vielversprechend begann. Dann allerdings wurde es sehr bizarr. Die Bühne betrat ein in blauen Crash-Samt gewandeter Mann mit langem grauen Haar (mit Stirnband, klar) und einer Gitarre und fing an, zusammen mit Billy Corgan rumzugniedeln. Der neue Gitarrist hatte da schon unbemerkt die Bühne verlassen. Das Publikum erstarrte. Mir fielen die Gerüchte um eine Scorpions-Kollaboration wieder ein. Fast richtig geraten übrigens: Es handelte sich bei dem Langhaarigen um Uli Jon Roth (bitte Website beachten). Nach ca. 5 Minuten gab es eine Welle von Applaus, der aber das Solo-Gegniedel leider nicht beendete, danach lichteten sich die Reihen. Diese klugen Menschen hatten geahnt, was jetzt noch kam: Ein Mann, der auf der ersten Blick wie H.P. Baxxter von Scooter oder wie Farin Urlaub aussah, betrat mit Gitarre die Bühne (es war übrigens Rudolf Schenker von den Scorpions) und mein Gehirn verabschiedete sich endgültig. Jaaa, mehr Gitarren-Gegniedel. OMG. Wanking off in public, indeed. Nach freundlich geschätzten 15 Minuten war es dann endlich vorbei und erleichterter Applaus verabschiedete die Band. Plötzlich war ich sehr froh, keine Karte für das Konzert in Berlin gekauft zu haben. Zum Schluss noch eine Runde Extra-Applaus wie Billy Corgan, der bei solchen Gelegenheiten immer wie Jack Skellington aus Nightmare Before Christmas wirkt (oder generell wie jemand, der aus einem Tim Burton-Film entlaufen ist) und alles war vorbei. Naja, noch etwas Slayer zur Erholung und ca. 100 nett-verrückte Menschen, die “Folgt dem Stuhl” brüllend über den Campingplatz prozessierten, was nur halb so bizarr wie die Zugabe der Smashing Pumpkins war.

Fazit? Gut, aber…

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Nippon Connection 2007

(Mir fällt gerade auf, dass ich noch einen halben Eintrag zur Nippon Connection 2006 unter Drafts liegen habe. Naja.)

3 Tage, 8 Filme- eine okaye Ausbeute. Letztes Jahr waren es ein oder zwei Filme mehr, aber dafür war es dieses Jahr entspannter. Zum Wii-Spielen bin ich trotzdem nicht gekommen. Dafür habe ich sehr erstaunliche Teile von Frankfurt gesehen auf der Suche nach dem Filmtheater Valentin in Frankfurt-Höchst. Dort ohne Ortskenntnisse und nur mit dem Nippon Connection-Heft bewaffnet hinzufahren, ist so generell erstmal keine gute Idee, weil der Stadtplan im Heft, nun ja, eher nicht so detailiert ist. Auch der Polizist am Bahnhof Höchst konnte mir leider nicht erklären, wie man dort hinkommt, er kenne sich nicht aus (ach so). Dafür wusste der Kiosk-Besitzer Bescheid: “Das ist da beim dem Gefängnis, das kennen Sie doch sicher?” Kannte ich nicht, aber der Hinweis war in der Tat richtig. Einfach beim Gefängnis links abbiegen, nachdem man vorher gerade aus vom Bahnhof weg gelaufen war (Seite Adelonstraße). Und dank meiner Pfadfinder-sKiLlZ konnte mich dann auch noch am Stand der Sonne orientieren, so dass ich genau 5 Minuten vor Beginn von “Nightmare Detective” eintraf.

Ein bisschen unglücklich war der Infoscreen am S-Bahn-Gleis unten im Frankfurter Hauptbahnhof, der wenige Sekunden vor Einfahrt der S-Bahn (höhere Taktfrequenz würde übrigens gerade nach Fußballspielen nicht schaden) den traurigen Eintrachtfans “Nur noch wenig Hoffnung für Frankfurt im Abstiegskampf” anzeigte. Glücklicherweise war’s ein Kurzzug, der knapp vor dem Infoscreen hielt. Vielleicht ist auch Sich-vor-die-einfahrende-S-Bahn-werfen in Deutschland nicht so populär und meine Befürchtungen eher auf “Noriko’s Dinner Table”zurück zu führen, den ich vorher geguckt und durchlitten hatte.

Ach, und noch was, bevor es zu den Filmen geht: Das Festival-Zentrum liegt neben dem Senckenbergmuseum, das von zwei stattlichen Dinosaurier-Modellen bewacht wird. Tagelanges Bestaunen ließ mein Dino-Nerdtum wiedererwachen, so dass ich Sonntag den unbändigen Wunsch verspürte, mir ein Dino-T-Shirt zu kaufen (vielleicht hatte ich auch einen Sonnenstich). Leider jedoch gab es im Gift-Shop des Senckenberg-Museums keine Dino-T-Shirts, nur große Pteranodone aus Plastik und jede Menge lehrreiches Zeug wie Gesteine, Dinobücher und Weltkarten, nicht den Ramsch, den ich gerne gekauft hätte (Ankylosaurus-Druckbleistift, Dino-Lollies etc.). Tz. Dann muss ich mir also mein Dino-T-Shirt selbst malen.

Nun aber zu den Filmen:

The World Sinks Except Japan: Eine sensationell lustige Parodie auf Nippon Chinbotsu (bzw. dem Remake Nihon Chinbotsu) von Super-Regisseur und überzeugten Hawaii-Hemd-Träger Minoru Kawasaki, der schon mit Executive Koala, Calamari Wrestler und ähnlichem Trash begeisterte. Der Film ist mit eher unbegabten Schauspielern besetzt, enthält aber so viele Wahrheiten über Japan und Ausländer in Japan, dass er deutlich über bloßen Trash hinausgeht. Mein Festival-Highlight. Leider funktioniert die Website www.all-chinbotsu.com momentan nicht.

Uncle’s Paradise: Ein Pink-Film, also vorgeschriebenes Rumgeficke mit möglichst abgedrehter Story. Hier eine bizarre Geschichte von einem Mann, der nicht einschlafen will, weil er dann Alpträume bekommt und sich mit Energy Drinks und Sex wach hält. Später landet er mit seinem Neffen dann noch in der Hölle, die sehr fein trashig gestaltet war und nach 64 Minuten ist auch schon alles vorbei. Recht lustig.

Yokohama Mary: Dokumentation über eine weißgeschminkte Frau, die jahrzehntelang durch die Straßen Yokohamas geisterte, und ihre Freunde und Yokohama selbst. Sehr tolles, herzzerreißendes Thema, leider hatte die Dokumentation zwischendrin einige Längen, für die das Ende allerdings entschädigte.

Noriko’s Dinner Table: 159 lange Minuten, nach ca. 2 Stunden fällt ungefähr der Satz “Mir lief Rotz aus der Nase und ich musste man dringend auf die Toilette”, bei dem nicht nur ich daran erinnert wurde, dass es mir genauso geht. Die Geschichte wird kapitelweise aus der Sicht der verschiedenen Hauptpersonen erzählt, es wird viel geweint, 54 Mädchen springen gleichzeitig vor eine S-Bahn, andere werden erstochen, und wenn das alles nicht so lange gedauert hätte, hätte ich den Film auch richtig gut gefunden. So torkelte ich komplett benommen (aber nicht gut benommen wie nach The Fountain) und ausgelaugt aus dem Kino.

Nightmare Detective: Mmh, Horror. Und zwar sogar recht gruseliger mit reichlich Gore (mmh, Gedärme) dabei. Klar, ein bisschen voraussehbar, aber so gut gemacht, dass man gar nicht dazu kommt, über das Ende nachzudenken. Vielleicht sogar auch noch beim zweiten Sehen gruselig.

Nikomihoppy: Noch ein Pink-Film. Im direkten Vergleich fällt auf, dass die Sexszenen anscheinend immer gleich inszeniert werden: Einmal ist der Mann oben und grabscht der Frau ein bisschen uninspiriert an der Brust rum, einmal ist die Frau oben (wieder uninspiriertes Gegrabbel), dann noch eine Szene von hinten und eine Blowjob-Szene, bei der man allerdings nicht so richtig was sieht. Und grundsätzlich wird weggeschnitten, bevor einer der beiden zum Orgasmus kommt (käme ich allerdings auch nicht, weil ich mich über das Brust-Gegrabbel kaputtlachen würde). In einem Wort: langweilig. Da muss die Story schon ein bisschen was reißen (siehe Uncle’s Paradise). Bei Nikomihoppy ging es um Pferdewetten und Ex-Freundinnen, was zwar ganz ok, aber nicht besonders aufregend war. Naja.

Yubari International Fantastic Film Festival 2 - Yubari “Indies Actress: Hiromi Miyagawa” Special: Bestand aus zwei Filmen. Tokyo Lady bestand hauptsächlich aus Sexszenen und ein bisschen unverständlich untertiteltem Dialog. Laut Programmheft ging es um Verständigungsschwierigkeiten in Beziehungen, was gut nachvollziehbar war. Love Song For A Rapper war ebenso schlecht untertitelt, was nicht ganz so schlimm war, da die sehr bunte Geschichte von zwei gestörten Brüdern auch ohne große Worte verständlich war. Mit den imdb-Keywords “Training, Rape, Anal Sex, Dead Bird, Dysfunctional Family, Baseball, Gore, Surreal, Cola Can, Vagrant, Comic Book Artist, Sword, Strong Language, Black Comedy” ist der Inhalt recht gut zusammengefasst. Die Sexszenen waren übrigens deutlich interessanter als die in den Pinkfilmen.

Love On Sunday: Noch ein Highlight zum Abschluß. Ein total entzückender, rührender Film über vier Highschool-Schüler. Die Darsteller sind hervorragend, die Drehorte wunderbar, die Geschichte ein bisschen vorhersehbar, aber trotzdem großartig. Einer der tollsten Teenie-Filme, die ich je gesehen habe. Erzeugt dieses zart-schmelzende Gefühl von Nostalgie, für das es im Japanischen ein Extra-Wort gibt, welches ich immer wieder vergesse. Sehr empfehlenswert.

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Salzburg, wir hören nichts…

Jetzt gerade auf ORF: Red Bull Salzburg gegen SV Matterburg, Halbfinale des ÖFB-Stiegl-Cups*, Tabellenerster gegen Tabellenzweiter der Bundesliga. Anwesend im Stadion: Angeblich 10.000 Menschen, die aber eher wie 4.000 wirken. In der Mattersburg-Kurve ungefähr 25 Menschen. Ansonsten gähnende Leere. Ich bin sehr verstört. Gut, Dienstag 18.00 Uhr ist nicht gerade die perfekte Uhrzeit zum Fußballgucken, aber Angebote wie “Schüler haben gegen Vorlage ihres Schülerausweises samt Begleitperson Gratis-Eintritt” und “alle Tickets für den Schlager der Profis der Roten Bullen gegen die Mattersburger gelten auch tags darauf beim Match der Salzburg-Amateure gegen die Wiener Austria” sollten doch zumindest ein paar Leute ins Stadion locken? Oder wird das Stadion erst nächstes Jahr bei der EM zum ersten Mal voll?

[Und jetzt muss ich erstmal den Ton leiser machen, weil die Zuschauer bei Milan gegen Bayern so laut sind...]

*Das österreichische Pendant zum DFB-Pokal, natürlich mit beknacktem Sponsor-Namen und der nervigsten Website, die ich seit langem gesehen habe. Null Information, aber ewige Ladezeiten.

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