Archiv für Konzerte

Nicht mehr alle T-Shirts im Schrank

(oder auch “heroes become weak”, wenn das nicht so offensichtlich wäre).

Kurzfassung: Ein ernsthafte Kandidat für das schlechteste Lied des Jahres: The Streets - The Escapist [via Popjustice] Fookin’ pile of wank.

Ganz im Ernst, ich höre lieber zwei Stunden Landeswelle Thüringen, Jürgen Drews oder Bratwurstkonzerte als noch einmal dieses “Lied”. Uargh. Und jetzt entferne ich die The Streets-T-Shirts aus meinem Kleiderschrank.

Langfassung: “Original Pirate Material” ist vielleicht mein liebstes Album von 2002 (neben “Release”, “Turn on the Bright Lights” und “One by One”). 2002 bestand mein musikalisches Sommerreisegepäck aus vier MiniDiscs: Original Pirate Material, Release, Actually und Behind The Music, die ich fünf Wochen lang gehört habe. 2003 habe ich jemanden sehr damit beeindruckt, dass ich die kompletten Texte zu sämtlichen Liedern auswendig konnte. 2003 bin ich hauptsächlich zum Terremoto-Festival* gefahren, um Freitag, 19 Uhr im strömenden Regen The Streets zu sehen. Und es war großartig! 2004 muss ich das Album immer noch mit Begeisterung gehört haben (falls mein iPod noch leben würde, wüsste ich genaueres), denn wenn ich an Shek O denke, fällt mir als allererstes “Weak Become Heroes” ein, warum auch immer.

However, 2004 erschien auch “A Grand Don’t Come For Free”, was allgemein begeistert aufgenommen wurde, sich mir aber nicht erschloss (mal von “Fit But You Know It” abgesehen). Das mag aber auch daran liegen, dass das Album (und insbesondere “Dry Your Eyes”, ich könnte kotzen) gar nicht für mich geschrieben wurde (bzw. nur als Warnung, die ich leider nicht begriffen habe), sondern für passiv-aggressive Männer zwischen 20 und 40, die es leider nicht geschafft haben, erwachsen zu werden. Das erklärt auch die Begeisterung der Musikjournalisten.  Aber immerhin waren die Beats gut. Und man soll ja auch den Künstler nicht mit seinem Werk verwechseln- P.T. Anderson ist ja auch kein schlechter Regisseur, nur weil ich Jahre meines Lebens mit jemandem verschwendet habe, der sich exakt wie die Hauptperson aus “Punch-Drunk Love” verhielt und ich deswegen den Film nur schwer ertragen konnte (Run, Lena, run!). Also hooray für diese erkenntnisreiche Studie passiv-aggressiven Verhaltens. Und wenn man nicht zu lange/gar nicht darüber nachdenkt, dann ist das Album auch nicht schlimmer als “Imitation of Life” (übrigens, Landeswelle Thüringen, von den vielen, vielen R.E.M. -Songs, warum läuft immer nur dieses Lied bei euch, wenn ich euren Sender in der Videothek ertragen muss? Damit ich mehr Slasher-Filme ausleihe? Ach so, dachte mir das schon.) oder das Billy Corgan-Soloalbum (muahahaha).

Dann, 2006: The Hardest Way To Make An Easy Living. Nun ja, das Äquivalent zu “Standing On The Shoulder Of Giants”, und das war ja auch kein völlig schlechtes Album, z. B. war das Cover sehr hübsch und man könnte es sich einigermaßen schnell schön hören. Und die Beats waren immer noch ganz gut.

Nun dieses Lied. Uargh. It’s utter shite. Nein, mehr noch. Es ist so schlecht, dass ich nicht glauben mag, dass dieselbe Person “Let’s Push Things Forward” geschrieben hat. Und noch schlimmer, es ist so schlecht, dass ich jegliches Interesse, like, forever and ever an The Streets verloren. Oy!

[Beim nochmaligen Lesen klingt das noch viel zu harmlos, aber der Schock sitzt so tief, dass ich keine klaren Gedanken fassen kann. Es ist alles noch viel schlimmer. "If you'd been a dog they would have drowned you at birth." So schlimm.]

* Andere Künstler dort: Limp Bizkit, Linkin Park, Die Ärzte und der erste Auftritt von Billy “no” Talent. Ja, der Campingplatz war unerträglich, außerdem komplett überfüllt. Immerhin fand das Festival danach nicht mehr statt, was definitiv gut ist.

Kein Kommentar »

Here’s to the atom bomb

Nachdem mein Gehirn wieder einigermaßen in meinen Kopf zurückgekehrt ist- warum muss auch der erste Anblick bei der Rückkehr ein wohlbekannter Dozent sein, der Wackersteine über eine Wiese rollt- jetzt mein Bericht vom Rock im Park 2007.

Zunächst mal: Ich fühle mich sehr alt. Allerdings fand ich Dixi-Klos und Zelte Anzünden noch nie lustig, genauso wenig, wie Müll in irgendwelchen Seen zu entsorgen (auch wenn die eh schon aussahen, als seien sie längst umgekippt). Mit 16 hätte ich mich auch noch deutlich mehr über die Umweltverschmutzung aufgeregt, es waren schließlich die 90er, und man glaubte allgemein, dass man den Regenwald und damit das Weltklima noch irgendwie retten könne. Während ich noch ein wenig Verständnis dafür aufbringen könnte, überteuerte Hot-Dog-Stände anzuzünden (4 Euro für 1 Mega-Hot-Dog, ne, günstig) oder den Besitz der Person, die beschlossen hatte, für das Füllen von Wasserkanistern Geld zu verlangen (fucking cunts), kann ich beim besten Willen nicht verstehen, weswegen man Dixi-Klos umschmeißen und/oder anzünden muss. Naja, ich verstehe ja auch nicht, weswegen man eine Menge Geld (130 Euro) dafür bezahlt, sich drei Tage so dermaßen zu besaufen, dass man nichts vom eigentlichen Festival mitbekommt, das geht doch viel günstiger auf dem Parkplatz hinterm Kaufland, und Bratwürste und Bier gibt’s dort auch. Randale gab’s an dem Wochenende viel günstiger und “lustiger” auch in Rostock und Umgebung. Naja. Auch verstehe ich nicht, wofür die Camping-Platz-Security eigentlich da war, außer mit Scootern in der Gegend rumzudüsen, wenn die nicht mal verhindern kann, dass zweimal hintereinander am helllichten Tag Dixi-Klos abgefackelt werden.

Dass die Camping-Plätze überfüllt sein würden, war eigentlich schon klar, als bekannt wurde, dass das Festival ausverkauft sei, beim Hurricane 2004 war es ähnlich unschön. Die Idee, parallel zum Festival ein Fußball-Länderspiel stattfinden zu lassen, war hingegen eher ambitioniert. Bösartigerweise könnte man den Planern unterstellen, sie hätten sich darauf verlassen, dass das ja früher auch schon prima geklappt hatte. Mal abgesehen davon, dass der Weg zum Schwimmbad dadurch “etwas” komplizierter wurde (aber schön, normalerweise klettern Leute unter dem Zaun durch, um aufs Festivalgelände zu kommen, wir um endlich raus zu kommen) und mal abgesehen davon, dass Muse etwas später anfangen mussten, um nicht die Nationalhymnen zu stören, ging es wirklich einigermaßen. Und 2,50 Euro für zwei delikate fränkische Bratwürste am Stadion erschienen einem nach den Festivalpreisen auch wie eine milde Gabe.

Immerhin scheint das exzessive Helga-Geschreie zurückzugehen, vielleicht lag es aber auch daran, dass SLAYER!!! spielten, und man SLAYER!!! eh viel besser schreien kann.

Nun aber zum Wichtigsten, der Musik:

Freitag: Der Tag begann grauenvoll mit Revolverheld und Good Charlotte und ordentlichem Regen, aber dafür gibt es ja Gummistiefel und Ohrenstöpsel. Und nach dem Hurricane-Festival letztes Jahr ist ja eh alles, was nicht zu nicht zu knietiefem Wasser auf dem Gelände führt, kein richtiger Regen (genauso wie Haldern-Besucher wissen, dass solange die Kopfhaut nicht zu erfrieren scheint, das Duschwasser nicht kalt ist). Besser wurde es dann schon mit Travis, die jede Menge altes Zeug spielten und damit Männer zum Weinen brachten. Schön. Dafür erträgt man auch fast die immer noch völlig entsetzlichen Mia., die immer vor der Band zu spielen scheinen, die ich unbedingt sehen will. Angenehmerweise wollten nach Mia. fast alle die Ärzte sehen, so dass auf der Alternastage etwas Platz war, und auch bei den Scissor Sisters nur die Leute da waren, die unbedingt die Band sehen wollten. Die Scissor Sisters waren gut wie immer, allerdings war die Show weniger explizit als noch vor einem Jahr auf dem SonneMondSterne, dafür war das Outfit von Jake Shears sensationell toll und eng. Nach so viel Popmusik hatte ich keine Lust mehr auf Wir Sind Helden, so dass ich in Ermangelung von Alternativen bei Dragonforce landete, die wie ich einem T-Shirt entnehmen konnte, immerhin beim Wacken 2005 auf der True Metal-Stage spielen durften (übrigens Riesen-Film: Full Metal Village), wie ich einem T-Shirt entnehmen konnte. Naja. Zum Abschluss des Tages kamen dann endlich Megadeth, die trotz endloser Umbaupause einen sehr schlechten Sound hatten.

Sonnabend begann mit der Schwimmbad-Odyssee, weswegen ich The Cribs verpasste, ebenso wie The Cat Empire. Aber The Hives als Auftakt sind ja auch immer wieder schön. The Hives sind neben Turbonegro sowieso die beste Festivalband, weil die zu jeder Tageszeit funktionieren. Danach ging es zu Maxïmo Park, die sehr, sehr gut waren. Vor der Bühne war der beste Moshpit, in dem ich seit Jahren war. Ein absolutes Highlight. “Die haben schon einige Hits” trifft es ganz gut. Abends ging es dann weiter mit Muse, die irgendwie bei Tageslicht nur halb so eindrucksvoll sind, aber trotzdem sehr gut waren. Dann die Flucht vor der Nu Metal-Boygroup Nr. 1 Linkin Park zur Alternastage, wo leider Emo-Boygroup Nr. 1 My Chemical Romance noch 20 Minuten kalkulierte Emotionen darbrachte. Brrr. Geschickterweise hätte man Muse auf der Alternastage spielen lassen sollen, um das Line-Up des Grauens Billy [no] Talent, MCR und Linkin Park hintereinander auf einer Bühne spielen zu lassen. Oder vielleicht auch gleichzeitig, egal, nur bloß nicht in meiner Gegenwart. Weiter ging es jedenfalls mit den Arctic Monkeys, die leider etwas wenig Bühnenpräsenz hatten, was aber die Leute nicht davon abhielt, zu den Songs zu feiern. Und war es vorher schon recht voll gewesen, wurde jetzt der Platz bis auf den letzten Quadratmillimeter gefüllt, denn die White Stripes traten nach reichlich langer Umbaupause auf. Hurra! Endlich mal eine Band, die ich noch nie vorher gesehen hatte. Es gab Hits (Hotel Yorba, Jolene, Black Math, I don’t know what to do with myself, und klar, Seven Nation Army) und neue Songs und Gitarrengeschrammel als Überleitung zwischen den Songs, was meistens recht fein war, mich allerdings zu ersten Stoßgebeten veranlasste, dass die Smashing Pumpkins am nächsten Tag auch noch was anderes als Billy Corgan-Gitarrensolos spielen würden… Danach die Flucht vor Evanescence, die sich ein ganz klein wenig schwierig gestaltete, denn plötzlich fiel doch auf, dass dieses Jahr 20.000 Menschen mehr da waren, die auch alle vor Evanescence flohen.

Sonntag: Der Tag begann mit abgebrannten Dixi-Klos und eiskalten Duschen (Haldern-Style). Musikalisch gab es zum Frühstück Fair To Midland, die genauso langweilig wie ihr Name waren und dann die Fratellis, die erstaunlich gut waren und auch jede Menge fröhliche Fans dabei hatten. Danach gab’s eine gute Sudafed, die meine Festivalerkältung erfolgreich beseitigte, so dass meine Vorfreude auf die Smashing Pumpkins zurückkehrte. Nach dem Mittagessen ging es zu den Kaiser Chiefs, die ich mittlerweile leider nicht mehr ertrage, mal von “I predict a riot” abgesehen (und da bevorzuge ich die Girls Aloud-Version). Mando Diao danach waren zum ersten Mal (von vier Auftritten, die ich mittlerweile gesehen habe) unterhaltsam und gut, was aber auch an dem relativen Mangel an kreischigen Mando Diao-Mädchen und der sehr guten Security vor der Bühne gelegen haben kann. Der Einlass in den Teil zwischen Bühne und Crowdbreaker war bestens organisiert und funktionierte exzellent. Dadurch war es bei den Beatsteaks auch sehr angenehm vor der Bühne, obwohl exzessiv rumgesprungen wurde. Mal von den beiden deutschen Liedern abgesehen waren die Beatsteaks super, und mein T-Shirt danach klatschnass.

Dann wurde endlich, endlich für die Smashing Pumpkins aufgebaut und endlich tauchten ein paar Menschen in Zero-T-Shirts auf. Hurray. Dann nach 6 1/2 Jahren- Die Rückkehr der Smashing Pumpkins. Der Auftritt begann sehr erfreulich mit “Tonight, Tonight”. Zu meinem großen Erstaunen wirkte die Band auch wirklich wie eine Band, nicht nur wie eine Ansammlung von Mietmusikern. Sollte es also wirklich nochmal funktionieren? Die neuen Songs klangen vielversprechend, vor allem im Vergleich zum Billy Corgan-Soloalbum, was ich genau einmal unter Schmerzen gehört habe. Rausch, Wahnsinn, Maßlosigkeit? Klar, alles dabei, aber auch ein Gitarrensolo für den neuen Gitarristen und ein Bass-Solo für die neue, sehr gute Bass-Frau, die sogar etwas singen durfte. Außerdem genauso exzessives Crowdsurfen wie früher. “Do you wanna go for a ride?” Oh yeah. Nach fast allen Über-Hits und sehr vielen neuen Songs gings dann in die Zugabe, die mit “Cherub Rock” sehr vielversprechend begann. Dann allerdings wurde es sehr bizarr. Die Bühne betrat ein in blauen Crash-Samt gewandeter Mann mit langem grauen Haar (mit Stirnband, klar) und einer Gitarre und fing an, zusammen mit Billy Corgan rumzugniedeln. Der neue Gitarrist hatte da schon unbemerkt die Bühne verlassen. Das Publikum erstarrte. Mir fielen die Gerüchte um eine Scorpions-Kollaboration wieder ein. Fast richtig geraten übrigens: Es handelte sich bei dem Langhaarigen um Uli Jon Roth (bitte Website beachten). Nach ca. 5 Minuten gab es eine Welle von Applaus, der aber das Solo-Gegniedel leider nicht beendete, danach lichteten sich die Reihen. Diese klugen Menschen hatten geahnt, was jetzt noch kam: Ein Mann, der auf der ersten Blick wie H.P. Baxxter von Scooter oder wie Farin Urlaub aussah, betrat mit Gitarre die Bühne (es war übrigens Rudolf Schenker von den Scorpions) und mein Gehirn verabschiedete sich endgültig. Jaaa, mehr Gitarren-Gegniedel. OMG. Wanking off in public, indeed. Nach freundlich geschätzten 15 Minuten war es dann endlich vorbei und erleichterter Applaus verabschiedete die Band. Plötzlich war ich sehr froh, keine Karte für das Konzert in Berlin gekauft zu haben. Zum Schluss noch eine Runde Extra-Applaus wie Billy Corgan, der bei solchen Gelegenheiten immer wie Jack Skellington aus Nightmare Before Christmas wirkt (oder generell wie jemand, der aus einem Tim Burton-Film entlaufen ist) und alles war vorbei. Naja, noch etwas Slayer zur Erholung und ca. 100 nett-verrückte Menschen, die “Folgt dem Stuhl” brüllend über den Campingplatz prozessierten, was nur halb so bizarr wie die Zugabe der Smashing Pumpkins war.

Fazit? Gut, aber…

Kein Kommentar »

Ach Erfurt!

Was ist bloß mit dieser Stadt los, dass fast alle Konzerte, die ich dort besucht habe, extrem seltsam waren? Von den “großen” Konzerten wie Bob Dylan, Slayer und Motörhead mal abgesehen, war eigentlich kein Konzert einfach nur ein Konzert. Entweder rennt eine besoffene Frau auf die Bühne und gröhlt rum, oder um 24 Uhr wird plötzlich der Strom abgeschaltet, weil es sich das Ordnungsamt doch anders überlegt hat, oder es sind gerade mal 12 Leute da, oder das Publikum ist komplett lahm (eigentlich immer) und es herrscht eine seltsame Stimmung. Exemplarisch dafür ein Interview mit den Türen im Rolling Stone vor ca. 2 Jahren, die Montagskonzerte und Konzerte in Erfurt als die schwierigsten Konzerte bezeichneten. Man kann es ihnen nicht verdenken.

Gestern nun ein neuer Höhepunkt an Seltsamkeit: Skanking for the Kids im Stadtgarten (ja, das ist Ska). Um 20 Uhr sollte es losgehen, um 20.50 Uhr war der Soundcheck vorbei. Zu diesem Zeitpunkt waren 35 Leute anwesend, die im Stadtgarten, in den sicherlich 2000 Leute ohne Bestuhlung passen, etwas verloren wirkten. Glücklicherweise hatten die Organisatoren für ausreichend Sitzgelegenheiten gesorgt, was dazu führte, dass niemand vor der Bühne stand, sondern alle Leute im hinteren Teil des Raumes saßen (15 Meter Abstand zur Bühne mindestens). Dann trat die erste Band auf, die erstaunlicherweise mit Ska nur das weiß-schwarz karierte Hemd des Gitarristen gemein hatte und Hardcore Punk spielten, zu dem ihre 2 mitgebrachten Fans tanzten (falls sich einer der beiden auf meinen Blog verirrt und mir dann sagen möchte, dass das gar kein HC war, sondern irgendeine andere Punk-Subkategorie- bitte erkläre mir dann auch gleich, wie man erst kiffen kann und dann so aggressiv rumschreien. Danke.). Sonderlich viel mehr Leute stellten sich dann im Laufe des Auftrittes auch nicht mehr vor die Bühne, so dass sich die allseits bewährte “bizarre Konzerte in Erfurt”-Stimmung einstellte.

Nach einer kurzen Pause traten dann die Rudementaries (Ska erfordert ja zwangsweise schlechte Wortspiele im Bandnamen) auf, die erstens Ska spielten, zweitens gute Laune hatten und drittens das mittlerweile deutlich zahlreichere Publikum zum Tanzen brachten. Eine sehr nette Band mit viel Spielfreude, die darauf hoffen ließ, dass der Abend doch noch gut zuende gehen würde.

Nun ja. So gegen 23.30 Uhr traten dann The Vibration Syndicate, die Organisatoren des Abends (Benefiz für ein Kinderkrankenhaus in der Nähe von Tschernobyl) auf und deren Auftritt erklärte dann auch, warum der ganze Abend so unorganisiert wirkte. Nach maximal 5 Liedern wurde der Auftritt von der Band als beendet erklärt, so dass das Publikum nach einer Zugabe schrie. Die wurde gespielt und der Sänger erklärte, sie würden jetzt gehen. Das Publikum schrie nach einer Zugabe. Die Band spielte ein Lied und der Sänger erklärte, sie würden jetzt gehen. Das Publikum schrie nach einer Zugabe. Die Band spielte ein Lied und der Sänger erklärte, sie würden jetzt gehen. Spätestens jetzt kam man sich irgendwie ziemlich verarscht vor, doch dieses Spielchen wurde noch vier oder fünf weitere Mal durchgeführt bis dann irgendwann doch mal das Licht angeschaltet wurde. Zwischendurch sang der ergraute Saxophonist der Band ein Lied über seinen Pillermann[sic!], den er unter seinen Fettröllchen nicht mehr sehen könnte, was ein lokaler Klassiker zu sein schien. Verstörend. Aber so ist das hier halt. Immerhin für einen guten Zweck.

Kommentare (4) »

Via Chicago

Weil ich die Superlativ-Kiste gerade nicht finde, eine eher unemotionale Ankündigung, dass Wilco in Mai in Deutschland spielen und ich “natürlich” da hin muss bzw. MUSS!!!!!111!!!!. Hurra! Noch toller sind die fan-freundlichen Preise, zu denen der Veranstalter die Tickets auf seiner Website anbietet (klick mich!):

Wilco

Hm… nachdem die Hurricane/Southside-Karten 10 bzw. 20 Euro teurer geworden sind, scheint man bei FKP Scorpio wohl nicht so genau zu wissen, wohin mit dem Geld.

Kein Kommentar »

Who needs honey as long as there’s some money…

Be afraid, be very afraid: Am 07.07.07 erscheint das neue “Smashing Pumpkins” Album namens “Zeitgeist” a.k.a. Billy Corgans neues Soloalbum mit etwas Hilfe von Jimmy Chamberlin.

Vorher natürlich noch die Auftritte bei Rock am Ring und Rock im Park, die mich gleichermaßen mit Furcht und mit Vorfreude erfüllen. Ich war wirklich traurig, als sich die Smashing Pumpkins auflösten, ich höre immer noch einmal im Jahr alle Smashing Pumpkins-Alben durch (Outing galore!) und ich habe ein Jahr gebraucht, um über die Trennung hinweg zu kommen. Aber trotzdem ist eine Reunion das letzte, was ich will. Vor allem, da ich Billy Corgans Soloalbum mit Müh und Not einmal durchhören konnte, weil es einfach zu schrecklich war (Die Texte! Die Instrumentierung! Das “To Love Somebody”-Cover!). Und das schreibe ich als jemand, der die Zero EP mehrfach komplett angehört hat (ja, inklusive des bescheuerten Pastichio Medleys).

Aber schön für die Alternative-Kiddies, die man in Erfurter Einkaufszentren antrifft (Merkmale: Nirvana-T-Shirt, Smashing Pumpkins + Nirvana-Aufnäher auf dem Rucksack, ca. 12 Jahre alt), die können dann zumindest mal eine Band von ihrem Rucksack live sehen.

Am Allerschlimmsten ist es eigentlich, dass ich mich jetzt verdammt alt fühle. Oma erzählt vom Krieg, jaja.

Kommentare (1):

Überfressen

Neben Natto ist das großartigste Zeugs, das die japanische Küche je hervorgebracht hat, Mochi.  (Eine Meinung, die wahrscheinlich nur wenige Leser teilen werden) Egal. Mochi! Right On! [Seit Tagen habe ich ständig das Bedürfnis, "Right On" zu sagen, verwandle ich mich in Westbam? Sind es Nachwirkungen vom SonneMondSterne?] Wie Natto gibt es Mochi in Deutschland meist nur tiefgefroren. Im Gegensatz zu Natto kann man das Zeug allerdings einigermaßen leicht selbermachen, weil die Zutaten in jedem Asiamarkt zu finden sind. Zutaten? Naja, das Reismehl eben. Und zum Runterspülen dann Sake, wie von der Japan-Expertin Frau Ne. empfohlen: “Diese Küchlein sind ja zäh und geschmacklos, aber der Sake- mmmmh!”

Jedenfalls braucht nur Reismehl und Wasser, und evt. Zucker, wenn man süße Mochi machen will. Der Experte lagert sein Reismehl übrigens in einem gut verschlossenen Container und nicht wie ich in einer nicht ganz dichten Tüte neben stark duftenden getrockneten Pilzen, die ihr Aroma an das Mehl abgeben.  Und auch nicht unterschätzen sollte man den Hinweis, schon während der Zubereitung aufzuräumen und abzuwaschen, weil das Zeug beim Trocknen zu einer beton-ähnlichen Masse wird. Aber ansonsten ist es wirklich einfach. Mehl und Wasser mischen bis ein Play-Doh-ähnlicher Teig entsteht, kleine Kügelchen formen und in kochendes Wasser werfen. Warten, bis sie an der Oberfläche schwimmen und dann sobald wie möglich verspeisen. Das Pilzaroma lässt sich gut mit Sojasauce und Sesamöl ergänzen. Yummy.

Ach so, das Zeug quillt übrigens im Magen nach. Wenn man sich also so wie ich die totale Mochi-Kante gegeben hat, kann man danach nur noch stoisch auf dem Sofa liegen und zuhören, wie der Lieblingsnachbar, der jetzt doch Arena (mit den schlechtesten Kommentatoren ever) hat, Bayern in furchterregender Weise zum Sieg brüllt. Buärgs. Aber lecker war’s trotzdem. Und nächstes Mal dann mit roter Bohnenpaste gefüllt. Right on!

[Bei Frau Ne. fällt mir übrigens noch ein, dass das tollste Merchandise, dass es bei Slayer gab, ein Flachmann mit Slayer-Gravur war, alas, für 45 Euro.]

Kommentare (4) »

SLAYER!

Wie hier angekündigt, ging es gestern zu Slayer & Co. in die Messehalle Erfurt, in der ich bisher nur mal Bob Dylan gesehen hatte. Altersmäßig unterschied sich das Publikum nicht sehr, allerdings war der Frauenanteil dieses Mal doch wesentlich niedriger. Aber auch hier wieder Eltern mit ihren Kindern (die zum Teil sehr deplatziert wirkten, also, die Kinder), Menschen mit traumhaft schönen Vokuhilas und jede Menge Jeans-Kutten, diesmal jedoch mit etwas anderen Aufnähern.

Als ich gegen 21 Uhr kam, spielten gerade “motherfucking” Children of “motherfucking” Bodom, die leider außer vielem Gefluche und einem seltsamen Keyboard nicht viel zu bieten hatten. Die Songtitel waren schön (”Hate Me”, “Death To All”), aber die dauernden Keyboard-Intros gingen mal gar nicht klar. Ok, es war noch kein Opera-Metal oder Folk-Metal oder wie all diese schlimmen Richtungen heißen, aber trotzdem- die einzige vernüftige Metal-Richtung ist Immer-In-Die-Fresse-Rein-Metal, hart, laut, schnell. Sonst kann ich auch gleich Popmusik hören, da muss ich mir dann zumindest kein Gitarrengewichse antun.

Nach Children Of Bodom lief als Umbaumusik zunächst “Sabotage” von den Beastie Boys und dann französischer LoungeJazz, was leider zu keinen Ausschreitungen führte. Während noch für die nächste Band “In Flames” aufgebaut wurde, wurde hinter der Bühne schon mal das Schlagzeug von Slayer getestet. Ein einziger Schlag auf die Bassdrum nur und schon hatten In Flames leider komplett verloren.

In Flames kamen dann trotzdem raus (ich bewundere sowieso die Drummer der anderen Bands auf dieser Tour, ich hätte nach dem ersten Auftritt von Dave Lombardo heulend in der Ecke gesessen und mich nie wieder ans Schlagzeug getraut), leider auch mit Keyboarder. Noch schlimmer jedoch war der knilchige Sänger mit den Wursthaaren, der auch eine für Metal komplett unpassende Stimme hatte. Vielleicht sollte mal jemand das Genre “Reggae-Metal” erfinden, dort könnte der dann unterkommen. Am Allerschlimmsten war jedoch, dass In Flames 1,5 Balladen spielten. Nein! Ich will keine Metal-Balladen! Ich will keine hochgehaltenen Feuerzeuge! Dann kann ich ja gleich Poison mit “Every Rose Has A Thorn” oder “Love Hurts” von Nazareth hören. Im Gegenzug gab es auch noch 1,5 Songs, die ganz gut schnell und hart waren, aber doch immer wieder durch Keyboard-Einlagen verdorben wurden. Melodic, my ass.

Dann wurde endlich für SLAYER umgebaut. Diesmal auch zu Metal-Klängen. Großartiger Einfall: Die Verstärker-Türme in Form von umgedrehten Kreuzen aufzubauen. Ich mag Klischee-Erfüllung, gerade in diesem Genre. Und dann ging es endlich los. Ohne Keyboard, natürlich! Zum Einstieg das vergleichsweise ruhige “God Hates Us All”, aber Dave “Schlagzeuggott” Lombardo musste sich ja auch erstmal warmtrommeln. Tom Araya (der, wie hinter mir von ebenso alten Menschen bemerkt wurde), ziemlich alt geworden ist, erinnerte mich auf bizarre Weise an meinen Mathe-Professor, zeigte aber dem In Flames-Knilch innerhalb kürzester Zeit, wo der Bartel den Most holt [oder anderes Lieblingssprichwort hier einsetzen]. Hitgeballer, Schlag auf Schlag (sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn). Schallwellen, die man nicht bloß in der Magengegend, sondern bis zum Hals spürte. Nichts für Menschen mit Herzproblemen. Und immer mitten in die Fresse rein. Dave Lombardo muss zwischen 4 und 10 Armen besitzen. Ich habe selten/noch nie jemanden mit einer solchen Präzision und Geschwindigkeit drummen hören, unglaublich. Nachdem “Reign In Blood” (mit blutroter Beleuchtung, is’ klar) den regulären Teil beendete, gab’s für die Zugabe noch mehr in die Fresse, unter anderem ein kurzes, aber unglaubliches Drumsolo. Und dann war’s auch schon vorbei. Noch ein bisschen Zeug in die Menge geworfen (kurz überlegt, mich um einen Drumstick zu prügeln) und weg. Krass.

Der seltsamste Besucher war übrigens ein Mann in einer XXXXL-Trinidad&Tobago-Trainingsjacke und Guildo Horn-Gedächtnisfrisur, der außerdem einen AAA-Slayer-Sticker trug. Faszinierend.

Dann ging’s wieder nach Hause, geschickt an der Polizeikontrolle und am Stau vorbei- bin ich wirklich die einzige, die weiß, dass man an der Kreuzung beim IKEA zweispurig nach links abbiegen darf? Bizarr. Schlafen konnte ich übrigens nicht besonders gut, weil mein Kopf noch eine ganze Weile nachdröhnte (trotz uncooler Ohrenstöpsel).

Kein Kommentar »

Everyday Is Like Sunday

Sö. liebes Tagebuch,

“eigentlich” hätte ich ja total viel zu tun, aber heute ist Sonntag, der Tag, der sich von den anderen dadurch unterscheidet, dass die Geschäfte zu haben. Dabei ist heute der Monatserste und ich habe wieder Geld. Mist! Naja, investieren wir [pluralis majestatis] es lieber in sinnvolle Sache wie z.B. Eis und eine Kinokarte (Harry Potter 3 *lol* Mein erster Harry-Potter-Kontakt, und es war schön *g* Vor allem da Ian “Monkey” Brown als Statist zu sehen ist. Wer Ian Brown ist? Ach, Kinners…).

Aber von Ian Brown zu den Stone Roses zu Manchester zu Morrissey… deswegen: Worte sammeln und über alte Helden stammeln (*hüstel* Prosa war immer schon mehr meine Sache als Lyrik.).

Alte Helden- Der Bericht für Leute mit ganz viel Zeit:

Teil 1, Dekadent in Manchester
Freitag: Ilmenau-Aachen (btw: Frankfurt-Köln, beste ICE-Strecke ever!), (Schul-)Freund aufgegabelt, nach Köln-Bonn-Flughafen, beim Security-Check Stiefel ausziehen müssen, nach Liverpool geflogen, dann nach Manchester mit der Vorortsbahn (Großes Lob an die englische Bahn, das klappte milliardenmal besser als Köln-Aachen!). Und dann: Manchester- Stadt meiner Träume. Im Sonnenschein statt im Regen. Mit wunderschönen alten Häusern statt mit Dickens-esken grauen Fabriken (Lesen schadet!). Und mit einer Atmosphäre, die meine nach der Lektüre von “24 Hour Party People” nicht gerade niedrigen Erwartungen deutlichst übertraf. Ich liebe diese Stadt, und diese Stadt liebt mich zurück. Und das war erst Freitag…

Sonnabend: Endlich etwas Nieselregen, endlich Full English Breakfast (yummy!). Endlich die Stadt erkunden. Plattenläden. Selbstbeherrschung war ja noch nie meine Stärke, und “World In Motion” wollte ich immer schon besitzen (der beste Fussball-Song ever, En-ge-land!), naja, und dann gab’s noch diese tolle Electronic-Single mit Neil Tennant und… immerhin war da gerade Sale, so dass ich 25% Rabatt bekam. Und ab nächster Woche habe ich auch hoffentlich auch einen Plattenspieler, dann kann ich das alles auch mal hören und nicht nur angucken ;-) Vielleicht hätte ich doch diese Pulp-Promo kaufen sollen?
Weiteres Highlight: in China-Town zum ersten Mal seit Mai kantonesisches Essen. Und Tschingdao-Bier. Yummy! Und dann die Menschenmassen abends auf den Strassen, auf den Weg zu Parties! Irre. Noch ein Manchester-Klischee, das sich erfüllt…

Sonntag: Dann der längst-ersehnte Tag seit dem 29.6.1999 (*lol* erzähl ich später, oder nie). Auf nach Old Trafford. Ums Fußball-Stadion gewandert, die Aura aufgenommen, Karten abgeholt, zum Cricketground gegangen, und dann einen ziemlich guten Platz in der dritten Reihe ergattert. Die ersten beiden Reihen waren mit jungen und nicht mehr ganz so jungen Menschen mit Narben von Schnittwunden an den Armen besetzt, ziemlich shocking und traurig. Und dann ging’s los. Erst James Maker mit irgendwelchen Leuten von Apollo 440 (selige Erinnerungen an ran; damals, als JBK und Beckmann noch auf Sat.1 nervten), der irgendwie meist unverstanden blieb; dann The Ordinary Boys, die ziemlich super waren- oder lag’s dran, dass ich vom NME vorgehypt war? Als nächstes The Beta Band, über die ich mich sehr gefreut habe (der Rest der Menge eher weniger)- super Anzüge und große Songs wie z.B. Dry The Rain. Da war ich schon ziemlich glücklich. Zwischendrin immer Videoclips auf den Videowänden, einmal sogar was von den Happy Mondays. Riesenfreude im Publikum. Es geht doch nichts über ein wenig Lokalpatriotismus ;-)
The New York Dolls rockten anschließend wie vor 25 Jahren, aber sahen aber sehr scary aus. Der Sänger ist aus wie eine Kreuzung zwischen Mick Jagger und Steven Tyler (Heroin macht im Alter so hässliche Falten!), war aber sehr cool und witzig. Und dann…. (zitternde Finger, wenn ich nur dran denke) endlich Morrissey. *scream* *faint*
In bester Stimmung (”I’m so happy, I think I’ll go off to the court room”), bei bester Stimme und großartigst aussehend. Wirklich. Wow. *schmacht* Neben brillianten neuen und alten Songs auch noch zwei The Smiths-Songs, The Headmaster Ritual und There’s A Light That Never Goes Out, das ich schon am Freitag zitiert hatte (”and if a double-decker bus crashes into us, to die by your side, such a heavenly way to die”), als ich nicht glauben mochte, dass es noch besser werden könnte… *schmacht* Das einzige, was leider fehlte, war A Rush And A Push And The Land Is Ours, aber dann wäre ich wohl vor Glück gestorben. Dann in Trance zurück, noch ein Ale (meine Lieblingsbiersorte) in einem Late-Licence-Club und Sonntag war vorbei.

Montag: Coming down is the hardest thing… and sadness is my middle name. Irgendwie zurück nach Deutschland. Bei der Passkontrolle in Deutschland mal wieder über diesen latenten Rassismus geärgert (ja, der Typ hat eine etwas dunklere Haut, aber muss man deswegen dreimal so gründlich seinen deutschen Pass prüfen? Keine Antwort erforderlich, aber die Welt ist bestimmt wieder ein Stückchen sicherer geworden. Spineless Bastards!). Und der Kölner Hauptbahnhof trug auch nicht gerade zur Aufhellung meiner Stimmung bei…

Anyway, das ist nun fast einen Monat her und das Schlimmste ist überstanden. Denn schließlich muss noch Teil 2 folgen.

Teil 2, auch ziemlich dekadent in München:
Hoch oben im Olympiastadion, gut versorgt mit Bier, Bretzeln und Popcorn (Eltern, die bezahlen, sind was feines) den Menschen lauschen, die vielleicht oder vielleicht auch nicht für meinen Vornamen verantwortlich sind- Simon & Garfunkel also. Ein wunderbarer, lauer Sommerabend, große Menschenmenge, zwei old friends, die immer noch ziemlich gut bei Stimme waren und alle alten Hits spielten (auch “Cecilia”, args. Aber dass ich diesen Song hasse, hatte ich ja schon mal erwähnt). Dabei endlich begriffen: Sounds Of Silence ist eine Kampfansage, jawohl. Dieser Song sagt “fuck you all”, allerdings auf eine sehr wohlerzogene Art, aber trotzdem. Rock’n'Roll!

Kein Kommentar »

shuffle mode

Zerstochen von Moskitos (immerhin habe ich letztens meine erste Kakerlake getötet! *crunch* hartnäckiges Viehzeug) und von der wunderbaren Zucker-Koffein-Milo-Kombination und wenig wunderbaren Rückreise-Panik wachgehalten, endlich mal wieder ein Update.

Neueres vom Spocht:
- meine kurze Fussball-Karriere ist nach nur 3 Spielen wieder zu Ende, da wir leider sämtliche Spiele verloren (nun ja, wenn man noch nicht mal eine komplette Mannschaft zusammen kriegt…), *hüstel* 0:5, 0:3 - und ich hatte die einzigen Torchancen, dabei bin ich doch Verteidigerin… Allerdings wurde meine Mannschaft auch systematisch von den Veranstaltern benachteiligt, die anderen bekamen leckere isotonische Getränke mit Grapefruit-Geschmack und wir bekamen den ekelhaftesten Tomatensaft ever. Süss und uäää, widerwärtig, bäää.
- Netball lief da doch besser, erst irgendwie ins Monday League-Finale gekommen, dann 30:40 gegen die übermächtigen Australierinnen verloren (aber immerhin die gegnerischen “Fans” niedergebrüllt), dann durch ca. 8 Restaurants gewandert, um eins zu finden, dass einen Tisch für 20 Personen hat, gefolgt von einer weiteren Fressorgie.
- Essen ist sowieso der Hauptsport in Hong Kong, hatte ich das schon erwähnt. Angeblich sind auch 23 der 25 meist-frequentierten McDonald’s Filialen in Hong Kong. (???)
- Netball II: Dann das Intervarsity-Turnier- erst ein feiner Walk-Over- Sieg gegen Chinese University HK, die leider nur 2 Spielerinnen zu Spielbeginn hatten (haha). Dann ganz, ganz, ganz bitter 14:15 gegen den Erzfeind Hong Kong University verloren *grr* und schließlich HKIEd mit 27:9 abgefertigt. Danach Pizza-Orgie. Bei der dritten Lieferung wusste der Pizza Hut-Typ dann auch endlich, wo der Eingang war…
- Netball III: Mixed League *rofl* irgendwie hat es Gründe, dass Netball eigentlich ein Frauenspiel ist… oder ich bin einfach den Anblick von europäischen Männern nicht mehr gewohnt… jedenfalls natürlich anschließend: Fressorgie! Inklusive Desserts in Sai Kung nachts um 2.
Merke: Die Zurechnungsfähigkeit von Minibus-Fahrern nimmt mit der Uhrzeit ab und rote Minibusse sind generell klappriger als grüne. Und um so länger die Strecke, um so durchgeknallter der Fahrer. Daher sehr empfehlenswert: Von Mong Kok nach Sai Kung mitten in der Nacht mit einem roten Minibus. Für Fans von Berg- und Talbahnen. Allerdings hätten mich spontane Loopings auch nicht mehr gewundert.

Ansonsten: Endlich ist der Sommer da, mit 26- 29°C und 75-85% Luftfeuchtigkeit, wunderbar. Trotzdem habe ich ultratrockene Haut, weil natürlich überall die Klimaanlagen laufen. Und natürlich bin ich mal wieder erkältet *grumpf* Ach ja, und der Schimmel, der sich an der Rückwand meines Kleiderschranks gebildet hat, ist auch echt eklig. Allerdings ist meiner ‘ne ganz besondere Sorte, alle anderen haben grünen, nur mein Schimmel ist mehr so braun-weiß (FC St.Pauli? *lol*).

Weiterhin: Erster Kulturschock in einem der “internationalen” Supermärkte- es gab deutsche Produkte, zu denen ich beim besten Willen keine Verbindung mehr herstellen konnte. Ich habe zwar die Marken erkannt, aber ich hatte keinerlei Bedürfnis, irgendwas davon zu kaufen oder zu essen. Überhaupt fällt mir überhaupt nichts außer Brot mit Kruste nichts ein, was ich in Deutschland essen möchte. Alles so fad und langweilig. Und so umständlich mit Messer und Gabel. Keine Dim Sum mehr, kein Mango Pudding, keine frischen Mangos, keine getrockneten Mangos, nur so unreifes Zeug, keine Sichuan-Gerichte, keine gedämpften Irgendwas, keine frischgepressten Säften, nichts mit Roter Bohnen-Paste, keine Sesam-Suppe, Mandelsuppe, Tofu mit Zucker, keine Getränke mit Sago und keine Fischbälle… aaah…
Hatte ich erwähnt, dass ich mich sehr vor der Rückkehr fürchte?
… noch 4 Tage… *vollstopf*

Nun ja, Projekt ist irgendwie unfertig, wird aber von versklavten Undergraduates im Sommer weitergeführt. Meinen Vortrag habe ich bis morgens um 6 zusammen gebastelt, da ja Kill Bill 2 zu sehen deutlich wichtiger als so’ne blöde Projekt-Präsentation war *lol* Und: trotz ich-sach-mal Vorab-DVD (ja, das konsequente Vorgehen gegen Raubkopierer zeigt echt Wirkung) bin ich ins Kino gegangen. Die DVD habe ich noch nicht angeguckt.

Ansonsten gesehen: Kill Bill 1 in der special cut version für Japan und HK (ich musste dreimal (3!!!) meinen Ausweis vorzeigen, um zu beweisen, dass ich wirklich 18 bin *nerv*)
Hong Kong Film Festival:
- Pieces Of April (wegen Katie Holmes *g*)
- dubiose Kurzfilme
- Day of the Wacko
- Akame 48 Waterfalls (und danach hatte ich dann genug von irgendwelchen wunderbaren Landschaften in Cinemascope…)
Scheinbar war ich aber ungefähr die einzige Person an der Uni, die dieses Festival besucht hat… bester Kommentar von einem HK-Native “what festival? when? never heard of it”… args… war aber ein schönes Festival, auch wenn viele Filme in Tsim Sha Tsui, der definitiv schrecklichsten Gegend (Touri-Ghetto, warum auch immer) HKs liefen.

Aber immerhin: Ab Sonnabend Abend gibt es wieder Konzerte! Und dann ist bald das Immergut Festival, das Hurricane, das Melt! und das Haldern- Festival… Wie sagt man dazu? Rock’n'Roll!

Und noch eine Bitte: Ich möchte gerne vom Flugzeug die Bremer Meisterfeier sehen. Danke.

Kein Kommentar »