Notiz am Anfang: Ich beginne etwas über Videospiele zu schreiben, fühle mich als Mega-Nerd, muss dann aber doch googlen, weil ich mich nicht mehr erinnern kann, wann Final Fantasy X rausgekommen ist oder welche Zelda-Teile ich gespielt habe und stelle sehr schnell fest, dass ich im Vergleich zu anderen Leuten nur einen sehr geringen Teil meines Lebens an Luftschiffe, Dungeons und den bescheuerten Deku-Baum verschwendet habe. Deswegen hier auch keine Links (außer dem Link- hier lacht der Zelda-Spieler), weil die allesamt zu gruselig waren.
Das letzte RPG-Videospiel, das ich bis vorgestern gespielt hatte, war wahrscheinlich Final Fantasy X, was ich wegen der 3D-Grafik eher doof fand. Die 10 Jahre (1991 bis 2001), die ich mit Spielen in isometrischer Perspektive verbracht habe, waren zu prägend. Und außerdem hatten Square/Enix schon Jahre zuvor mit Chrono Trigger das nahezu perfekte Spiel abgeliefert. Wahrscheinlich kann ich wegen meiner 3D-Abneigung auch weder was mit Egoshootern noch mit World of Warcraft anfangen (auch wenn ich WoW als Gelddruckmaschine durchaus bewundere). Auch bei den Legends of Zelda-Spielen hatte ich nach Legends of Zelda- Ocarina of Time (N64) den Anschluß verloren, wahrscheinlich auch wegen der 3D-Grafik.
So habe ich die letzten Jahre damit verbracht, mich nach einer Chrono Trigger-Umsetzung für den Nintendo DS zu sehnen und einer Zeit zu träumen, als man seine Zeit noch mit so abgedrehten Spielen wie Great Greed (verlinkt als Gedächtnisstütze, aber Achtung, auch eher manisch) verschwenden konnte. 3D? Wir brauchen noch nicht mal Farbe! (Das gilt übrigens auch für Tetris. Ich mag kein farbiges Tetris.)
Doch seit 2 Tagen bin ich wieder mit dem RPG-Universum versöhnt. Es gibt wieder ein Spiel, dass für Videospiel-Senioren wie mich gemacht ist. Es geht natürlich um das Spiel mit dem eingängigen Titel Tingle’s Freshly-Picked Rosy Rupeeland (TFPRR). TFPRR verhält sich zu Legends of Zelda wie Warioland zu Marioland oder Parodius zu Nemesis/Gradius, d.h. es ist deutlich besser und wesentlich witziger. Leider taucht mein Feind, der Deku-Baum, auch in TFPRR auf, stirbt aber wesentlich unkitschiger und nervt danach nicht mehr (hoffe ich zumindest, ich bin noch nicht viel weiter). Die Welten sind in isometrischer Perspektive dargestellt, die Kämpfe bestreitet man, in dem man gegen Gegner rennt und eine Staubwolke entsteht. Die Kampfsteuerung besteht aus hysterischem Getippe auf den Touchscreen. Außerdem kann man wie in Breath of Fire II kochen. Waffen gibt es nicht bzw. wenn man doch mal welche findet, verkauft man sie für viel Geld an den Waffenhändler, denn Geld ist das Ziel in diesem Spiel. Am allergroßartigsten ist aber der “Held” des Spiel, ein von Spielern gehasster Charakter aus irgendwelchen Legends of Zelda-Teilen, die ich nicht gespielt habe. Er ist hässlich, geldgierig, etwas doof und fürchtet sich beim ersten Dungeon noch, diesen zu betreten. Sensationell!
Dazu noch Zitate aus Zelda und anderen Spielen (Punch-Out!) und ach… ich hatte ja schon sensationell geschrieben und noch nicht mal annähernd die völlig großartige Beklopptheit dieses Spiels beschrieben. Ah! Ich liebe es.
Wieso auf der Packung allerdings vor Gewalt gewarnt wird (und vor sexuellen Referenzen, was ich noch eher nachvollziehen kann), verstehe ich nicht. Man sieht weniger “Gewalt” als in Super Mario Bros., vielleicht ist damit aber auch die Gefahr gemeint, dass man sich bei allzu hysterischem Getippe mit dem Touchpen ins Auge stechen könnte.