Archiv für World Cup

EM-Notizen

Gestern im Globus-Getränkemarkt: Eine Frau mit einem Goleo-Schlüsselanhänger. Ist das schon retro?

Warum wird nach jedem Tor “Samba de Janeiro” gespielt? Gruselig!

Ebenfalls gruselig: dass ich ausgerechnet letzte Nacht von “ Games” geträumt habe. Michael Haneke, Rächer der österreichischen Fußballnationalmannschaft. Wie übersetzt man eigentlich “sick fucker” ins Deutsche? Aber hey, Michael, wenn du mal wieder ein sinnloses Remake deiner eigenen Filme drehen willst, ich hätte da noch ein paar neue Ideen.

In meiner persönlichen Weißbierliga führt übrigens nach 6 Spieltagen Schwarzbacher Sonnen-Weisse knapp vor ;Kapuziner Weißbier, dem wegen der Assoziation mit Mönchshof (brrr) leider einige Punkte abgezogen werden mussten. Weit abgeschlagen, sozusagen das Österreich des Wettbewerbs: Franziskaner Weißbier. Ich wurde heute belehrt, dass dies das absolute Lieblingsbier von Manuel Andrack sei; nun, das erklärt, warum ich Manuel Andrack noch nie mochte. Münchner Titelfavoriten wie Weihenstephan, Hacker-Pschorr (mit Bonus für den Satz “Wann schmeckt das erste Bier? Richtig – am späten Vormittag…” auf der Website) und Augustiner spielen allerdings erst in späteren Runden bzw. wenn ich einen Getränkeladen gefunden habe, der diese Biere führt und keine absurden Öffnungszeiten wie “nur mittwochs von 8 bis 10 Uhr” hat.

Das Bier wird selbstverständlich im Elchglas genossen. Stilecht!

Übrigens vermisse ich meine beiden Lieblings-WM-Produkte: Eisbergsalat in Fußballverpackung und schwarz-rot-goldene Tomaten. Rewe, ey! Immerhin gibt es wieder Fußballbrot.

Ach ja, und dann noch: IVAN KLASNIC!!! Woohoo!

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Für nächsten Montag

Es gibt viele Gründe, Grissemann und Stermann zu lieben (u.a. Immer nie am Meer), aber der beste ist wohl die Cordoba-Reportage. Immer wieder schön:

Aaaah!

Und nochmal:

Mmmmh!

Nochmal? Nochmal!

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Nachträgliches vom Wochenende

(…oder auch: Ich kann ja nicht immer “bla” als Überschrift nehmen.)

1. Fünf Hosen bei H&M anprobiert, vier passten perfekt, eine passte okay. Unfassbar, was ist passiert? Bin ich über Nacht in eine H&M-Maßpuppe gemorpht? Ich darf nie wieder auch nur ein Milligramm zu- oder abnehmen. Glücklicherweise war eine Hose bei näherer Betrachtung doch hässlich (iih, Stretch), eine kratzte und die dritte war auch irgendwie doof, so dass die Entscheidung nicht allzu schwer war.

2. Eher eklig: Orbit Strawberry Mint. Cherry Mint finde ich super, aber künstlicher Erdbeergeschmack ist dann doch noch mal eine andere Liga.

3. Drecksspieltag. Nur 3 Punkte beim Tippen und bestimmt auch nur Minuspunkte bei Kicker-Managerspiel.

4. Kulturschock: Von Snooker mit “Ihr, Euer” Rolf Kalb, dem Gentleman-Kommentator zum Handball-Finale umgeschaltet, dass von einem hysterisch-brüllenden Mann kommentiert wurde. Vor Schreck beinahe den Fernseher ausgeschaltet.

5. Ganz schlimmes Dilemma: Ich liebäugele sehr mit dem Nokia 5300, das alles kann, was ich von einem Handy möchte (hoffentlich auch 2 Jahre durchhalten), aber leider auch eine absolut ekelhaft-dumme Fernsehwerbung hat (”Wir haben 5000 Leuten ein Lied vorgespielt, danach durften sie jemanden anrufen…”- Hass!) und eigentlich kaufe ich ja keine Produkte mit ätzender Werbung. Aber leider ist das Sortiment an Klapp- oder Schiebehandys in Deutschland sehr begrenzt, da gibt es eigentlich nur die Motorola-Dinger (und ein noch wichtigerer Grundsatz lautet: nie wieder Motorola!) oder ein paar wenige von Sony (extrem nerviges Viral Marketing: kein Sony!) oder von Samsung (aber leider nicht die schönen Klapphandys aus Lady Vengeance. Menno.). Außerdem erschloss sich mir das Bedienkonzept des Nokia sofort, während ich bei anderen Schiebe-Handys nicht mal in der Lage war, das Handy aufzuschieben (oder vielleicht war es auch zum Klappen? Ich war jedenfalls zur sichtlichen Freude des Verkäufers total überfordert.). Args. Naja, bis zum 28. Februar kann ich mir das noch überlegen. Oder noch länger…

6. Iiiiks, wieder ist ein Semester Filmclub vorbei. Was mache ich jetzt abends am Dienstag und Donnerstag ? Wo bekomme ich mein Bier her? Läuft momentan was gutes im Fernsehen? Fragen über Fragen.

7. Immer wieder einen Eintrag wert: Ich bügele Kleidung. Jetzt gleich! Geilo! Einfach mal durch’s Wohnzimmerfenster spannern und zusehen, wie ich in vollendeter Perfektion gleichzeitig gratil Falten entferne und etwas ansehbares im Fernsehen suche. Holldrio, meine lieben Freunde. (In dem Kaugummi muss irgendwas seltsames drin sein. Uiiiunihihihhihihi.)

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WM-Notizen

Der größte Vorteil von Fußball gegenüber Handball ist, dass weniger Tore fallen und deswegen weniger häufig nervige Tor-Melodien eingespielt werden.

[Falls sich jemand über das World Cup-Tag wundert: Es ist gerade Handball-WM in Deutschland.]

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Filme, die niemand mit mir sehen wollte (und jetzt weiß ich auch warum)

Jetzt, wo der Winter schon fast wieder da ist (gestern zum ersten Mal gedacht, dass es nach Schnee aussieht), kann man ja auch einfach mal das Wochenende zuhause vor dem Fernseher zu vergammeln. Dazu ein nachmittäglicher Trip zur Videothek (und dann noch zur “neuen” Rewe, wo ich das geschmackloseste Gemüse ever gekauft habe) und fertig. Tageszeiten sind bei dieser Bewölkung eh nicht festzustellen.

Meine Auswahl: “Harry Potter IV”, “Aeon Flux” und “Tränen der Erinnerung”, der allerdings nur einen saudummen deutschen Titel hat und ansonsten ein sehr gutes Anime ist.

Davor die Highlights bei der Sportschau mit genommen- gelb-rote Karte für Carsten Ramelow (da kommt Nostalgie auf, hach, World Cup 2002 in Japan, Deutschland-Kamerun), “nur” sechs Bremer Tore gegen völlig unfähige Bochumer- und rechtzeitig ausgeschaltet bevor das schlimme Schalke-Spiel kam. Nein, nein, nein, die möchte ich nicht gewinnen sehen. Genauso wenig wie Bayern oder Hertha (da hätte doch Punkteteilung völlig gereicht, naja, hauptsache, einer verliert).

Jedenfalls dann Harry Potter IV, bei dem ich ohne Kenntnis des Buches leider ein Haufen Details nicht verstanden habe (Warum liegt der Typ vom Ministerium plötzlich tot im Wald? Warum wird da nicht nach dem Täter gesucht? etc.), dabei war der Film doch schon recht lang. Der Auftritt von Jarvis Cocker war jedenfalls mein persönliches Highlight (und auch der Grund, warum ich den Film geguckt habe), glücklicherweise auch im Bonusmaterial nochmal in voller Länge zu genießen, da sieht man dann auch den Rest der tollen Band.

Immerhin war Harry Potter noch recht unterhaltsam, was von Aeon Flux leider überhaupt nicht sagen kann. Die Serie, die Ende der 90er irgendwann spät nachts auf MTV lief, habe ich sehr geliebt, allerdings nie ganz verstanden, zumal ich nie die letzten Folgen gesehen habe. Der Film ist allerdings nicht annähernd so cool wie die Serie, sondern einfach nur einschläfernd langweilig. Und den hätte ich fast im Kino geguckt, wenn jemand mitgekommen wäre- Schock, Horror! Nochmal Glück gehabt. Lustigerweise ist fast alles in Berlin gedreht, was man sofort sieht (”Eh, das Gebäude sieht aus die schwangere Auster” und hey, es ist die schwangere Auster! Hahaha!), so dass ich mich erst vergewissern musste, dass es sich nicht um einen Uwe Boll-Film handelt (na gut, es ist keine Videospielverfilmung), aber qualitativ wohl auf demselben Niveau. Wenn ich dieses Jahr nicht schon so unglaublich schlechte Filme gesehen hätte, wäre das wohl der Flopfilm des Jahres.

Toll hingegen ist Tränen der Erinnerung, ein Anime aus dem Hause Studio Ghibli, allerdings diesmal mit Isao Takahata als Regisseur und Hayao Miyazaki als Produzent. Deswegen auch sehr realistisch gezeichnet, allerdings mit Happy End im Gegensatz zu Die letzten Glühwürmchen, den ich irgendwann nochmal komplett gucken muss (und nicht nur die ersten 3 Minuten), aber nur, wenn ich mich psychisch dem Film gewachsen fühle.

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und so…

Bahnfahren wird erst so richtig furchtbar, wenn Leute ihren mitgebrachten Eiersalat auspacken.

Mal wieder 2,780,000.00 US-Dollar bei einer Spam-Lotterie gewonnen und beim Satz “POKER ONLINE PROMOTIONS IS A BONUS FOR THE WHOLE WORLD FOR THE 2010 SOCCER WORLD CUP THAT WILL BE HOST BY SOUTH AFRICA.” kurzfristig gedacht, dass das angesichts des aktuellen Chaos in Südafrika (lieber einen sauteuren Trainer als Geld für den Stadienbau) gar nicht so unwahrscheinlich klingt. Und abstruser als das O2-Werbeheftchen mit “Ihr neues Leseabenteuer” zu bezeichnen, ist es auch nicht.

Ich hasse L’Auberge Espagnole (und auch L’Auberge Espagnole 2) insbesondere deswegen, weil es genau den Typus Austausch-Studenten feiert, den ich so verabscheue- nämlich der dauerfeiernde, Gast-Land und -Leute ignoriende Volldepp, der zwar einen dickes Notizbuch mit Adressen aus aller Welt mit nach Hause nimmt, aber ansonsten nur die Erkenntnis, dass überall auf der Welt gern gesoffen wird. Und nachdem ich solche Leute schon aktiv ignoriert habe, muss ich sie mir ja nicht auch noch im Kino angucken. Zumal einem Filme, bei denen nicht auffällt, dass mittendrin eine ganze Rolle Film (~20 Minuten) fehlt, irgendwie generell Mist sind.

Schwäbisch: Ein schrecklicher, jedoch hochinfektiöser Dialekt, weißscht? Argsle.

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Abschließende WM-Notizen

1. Nerd-Notiz am Anfang: Die rote Karte in Zidanes letzem Spiel erinnerte an die rote Karte für Jürgen Kohlers letzem Spiel, das ebenfalls ein Finale war, nämlich UEFA-Cup 2001/2002 gegen Feyenoord Rotterdam. Allerdings war das bei Jürgen eine Notbremse und bei Zizou Dummheit/ typisch/ einfach scheiße.

2. Eigentlich wollte ich nach dem unberechtigten Elfmeter erzürnt den Fernseher ausmachen. Dann ist ja doch alles noch gut geworden.

3. Alessandro del Piero hat eine sehr seltsame Kopfform.

4.. Ganz schlimm: In der Halbzeitpause zu Delle&Netzer geschaltet, danach vergessen zurück zum ORF zu schalten und einige Sekunden Beckmann gehört.

5. ORF war heute auch recht anstrengend, allerdings nicht so schrecklich wie Beckmann, das personifizierte Grauen.

6. Hätte ich mal nach dem Deutschland-Italien-Spiel im März auf Italien als Weltmeister gewettet, wie ich es eigentlich vorhatte.

7. Ich gestehe es, ich war im Finale für Italien, trotz des Italien-Australien-Spiels.

8. Denn eigentlich sind jetzt auch die Australier Weltmeister.

9. Jetzt muss ich nur vermeiden, nächstes Wochenende UI-Cup (mit Hertha BSC) zu gucken. Wobei, schlimmer als Schweiz-Ukraine kann es nicht sein.

10. Kein Spiel ist schlimmer als Schweiz-Ukraine. Höchstens die UEFA-Cup-Auftritte von Hertha letzte Saison.

11. Jedenfalls gibt’s jetzt endlich wieder Mannschaften, die man so richtig hassen kann.

12. Bei Italien gibt es nur Filippo Inzaghi, den ich so richtig hasse, und der hat glücklicherweise heute nicht gespielt. Sonst hätte ich gegen Italien und auch nicht für Frankreich sein müssen.

13. Flop der WM: Brasilien. Maaaan, waren die ätzend.
14. Zwar beim Tippen echt versagt, aber immerhin ist Miro Klose Fußballgott, äh, Torschützenkönig geworden, wie ich vorausgesagt habe.
15. Ich wünsche mir für die nächste Saison ein Finale mit richtigem Fußball, ohne rote Karten und bekloppte Aktionen. Geht das? Bitte nicht nochmal so was wie von Lehmann im Championsleague-Finale und keine Headbutts mehr.

16. Dritter ist echt besser als Zweiter.

17. Allerdings hätte Zidane vielleicht Ballack ge-headbuttet. Das wäre super gewesen.

18. Mir fehlen nur noch 2 Hanuta-Sticker (5 und 26).

19. Übermorgen kaufe ich irgendwas um 50% Reduziertes mit Goleo drauf.

20. Hoffentlich bleibt der Sommer auch nach Ende der WM.

21. Alle neuen Bundesliga-Trikots, die ich bisher gesehen habe, sind echt hässlich. Das ist allerdings einen neuen Post wert.

22. Glücklicherweise habe ich die Show vor dem Spiel verpasst.

23. Dafür habe ich in den Nachrichten den bizarren Auftritt der deutschen Nationalmannschaft mit Xavier “erst kiffen, dann mit 200 über die Autobahn” Naidoo gesehen.

24. Jürgen Klinsmann sieht aus wie James van der Beek, und das sage ich jetzt nicht nur, weil ich letztens fast die komplette 5. Staffel von Dawson’s Creek geguckt habe.

25. England: Bloody useless.

26.  Lieblingsspieler der WM: Fabio Cannavaro.

27. Nervigster Spieler: Ballack (keine Überraschung). Mike Hanke (auch wenn der nur wenig gespielt hat, der ist immerhin von Wolfsburg).

28. Notiz an mich selber: Erster Absteiger ist Wolfsburg.

29. Sinnlose Statistik, die den Tabellenplatz von Alemannia Aachen am Ende der Saison exakt vorher sagt: Die Mannschaft, die am letzten Spieltag (und das wird nächste Saison Alemannia sein) gegen den HSV spielt, kommt mit 44% Wahrscheinlichkeit unter die ersten 3 und ebenso mit 44% Wahrscheinlichkeit auf einen Abstiegsplatz. Mit 12% Wahrscheinlichkeit wird sie 13. Andere Ergebnisse gab es die letzten 16 Jahre nicht. Euphorisch sage ich mal, Alemannia wird 13.

30. Irgendwo setze ich da jetzt 5 Euro drauf. Kann ich das bei betandwin?

31. Angeblich hat der HSV Milan Baros gekauft. Haben die nicht aus dem Milan Fukal (bzw. fuck all)-Debakel gelernt?

32. Das Kicker-Managerspiel gucke ich lieber nicht an, das FIFA-Spiel auch nicht.

[Eigentlich sollten das 64 werden, aber ich bin zu müde! Gute Nacht...]

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Vorhin auf CNN

Sepp Blatter erzählt, dass er gern und ausdauernd Freecell spielt. Außerdem steht bei ihm im Büro ein WM-Pokal rum, den er vor der Kamera liebevoll streichelt.

Auch völlig bizarr, aber sonst ohne Zusammenhang: Irgendein Grillfest der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Rewe-Parkdeck. Mit Grill und Feuerwehrwagen und ungefähr 10 gelangweilt aussehenden Menschen.

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Notizen von der Autobahn

1. Warum sehen Männer, die einen auf der Autobahn mit einem Golf GTI mit mindestens 2 bis 4 eckigen Auspuffen scharf rechts überholen, eigentlich immer aus wie Laborratten (z.B. Pinky von Pinky and the Brain) auf Speed?

2. “It’s your Heimspiel”, “Fairplay on the autobahn” - seit wann schreiben Scooter eigentlich die Werbesprüche?

3. Christoph Metzelder-Cola: Lecker. Besser als Thorsten Frings (bestimmt haarig), Arne Friedrich (Hertha! Schmeckt bestenfalls nach Wurst) oder Sebastian Schweinsteiger (…).

4. Hauptsache die “Schiller lockt. Schillerjahr 2005″-Schilder sind weg.

[5. Ja ja, das liegt hier schon seit Wochen rum. Irgendwie habe ich wohl "Save" und "Publish" verwechselt...]

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Hurricane-Bericht, Teil 3- Saturday Night Fever

Aufgestanden und die nächsten paar Stunden mit Anstehen verbracht (Duschen, Toilette, Wasser, Einlass). Als erste Band The Sounds aus Schweden gesehen, ein Blondie-Klon mit einer Sängerin mit recht starkem schwedischen Akzent, so dass die Songs zum Teil an von gesungene IKEA-Reklamen erinnerten. Aber so zum zweiten Frühstück bzw. zweiten Liter Wasser des Tages ganz ok. Und überhaupt macht Hitze ja milde… oder eben auch nicht, weswegen ich vor Skin floh. The Kooks waren ganz nett, aber niemals die Britpop-Hoffnung, die sie angeblich sein sollen, mehr die Peter Crouch des Neo-Britpop. Leider hatte ich während ihres Auftritts den Fehler gemacht, mich hinzusetzen, woraufhin ich prompt in der prallen Sonne eingeschlafen bin und einen original britischen Sonnenbrand davon getragen habe. Im Zelt gab es zwar Schatten, aber auch She-Male Trouble, die sich leider nicht als die erwartete Transvestitenband, sondern als lahme deutsche Crossover-Formation mit Frontfrau entpuppten und Songs spielten, für die sich selbst Die Happy zu schade gewesen wären.

Also zurück in die Sonne. Dort lärmten Zebrahead, Linkin Park in druckvoller und besser, wenn auch nicht gut, rum. Also auf zur anderen Bühne, wo Donovan Frankenreiter, der langweilige, abgewrackte Kumpel von Jack Johnson rumnölte. Das Schöne an Festival-Auftritten ist ja, dass die Bands normalerweise durch die Kürze der Timeslots gezwungen sind, sich auf ihre Songs zu konzentrieren und nicht endlose Soli spielen können. Nicht so bei Donovan und seinen Kumpels. Dort durfte jeder völlig einfallslose Soli (das vom Keyboarder bestand aus drei Tönen, die mit einer Hand gespielt wurden, da ist der Flohwalzer noch anspruchsvoller) runternudeln und die alte Wahrheit “playing solos is like wanking off in public” bestätigen. Daraufhin zu Smoke Blow, die wegen der spontanen Absage von Collective Soul (hätte eh niemanden interessiert), früher, aber auf einer größeren Bühne, spielen durften, gewandert und die der gesammelten Härte Kiels gelauscht. Nun ja. Zurück zur größten Bühne und den Raconteurs, die live leider genauso enttäuschend wie auf CD sind. Pub-Rock der gewöhnlichsten Sorte. Mit sinnlosen Soli von Jack White, der vieles ist, nur kein guter Gitarrist. Erinnerte ein wenig an den Auftritt von Billy Corgan mit Zwan vor vielen Jahren in Hamburg und dies nicht auf eine gute Weise. Brendan Bensons Songs waren zwar recht gut, aber solo ist der doch wesentlich besser. Abstand von der Bühne gehalten und noch ein wenig mehr über die Gemeinsamkeiten zwischen Mr. White und Mr. Corgan (sehen beide aus wie Vampire) nachgedacht und gefürchtet.

Dann die erste Halbzeit von Deutschland gegen Schweden gesehen, die wegen Überfüllung des Campingplatz-Viewing Area-Dings (Überraschung!) auch auf den Videoleinwänden der blauen Bühne gezeigt wurde. Pünktlich zum Auftritt von Nada Surf führte Deutschland auch mit 2:0, so dass die in der Halbzeit vier Songs spielen durften, was für einigen Unmut bei den Fans sorgte. Mir wars erstaunlich egal (und das, obwohl ich diese Band mal sehr geliebt habe), alles besser, als wenn die nochmal schlecht “There Is A Light That Never Goes Out” covern, so wie Ostern in Hamburg. Also mehr Fußball und “Nada Surf, Nada Surf”-Sprechchöre. Danach etwas Hard-Fi gelauscht, die live wie The Clash klingen und glücklicherweise ihre Songs etwas schneller als auf Platte spielen.

Death Cab For Cutie, Blackmail und Mando Diao wegen Desinteresse, Angst vor schreienden Indie-Mädchen und Hunger verpasst und zu den Shout Out Louds und den Hives zurückgekehrt. Tja, passend zum Fußball war Schweden-Tag beim Hurricane. Und so gab es bei den Niedlich-Pop-Schweden “You take over football and we take over pop music” und den Hives “You destroyed us with football, now me must destroy you with music! We must do it now and we must do it quick!” zu hören. Ach ja, die Hives. Immer wieder unterhaltsam, wenn auch musikalisch auf Dauer etwas einseitig, genauso wie leider die Shout Out Louds. Deswegen lieber die Verlängerung von Mexiko-Argentinien auf dem Campingplatz mit einem Traumtor und viel Gepöbel über den Kommentator. Die wohl beste Entscheidung überhaupt, die Verlängerung zu sehen, anstatt zu den Strokes zu gehen, denn als das Spiel vorbei und ich endlich bei den Strokes war, spielten diese genau die Songs, die ich hören wollte (die Songs vom ersten Album) und nicht den neuen Kram. “Someday”, “Last Nite”, “Meet Me In The Bathroom”, irgendwas neues, was im Mittelteil wie System of a Down klang, und als Zugaben dann “New York City Cops” und “Take It Or Leave It”, bei dem Julian Casablancas leider nicht mehr die 3 Zeilen Text, die dieses Lied hat, zusammenbekam. Trotzdem das absolute Highlight des Tages, auch wegen der wirklich langen Pause vor der Zugabe, bei der bereits wieder Musik dudelte und Licht auf der Bühne an war.

So beschwingt zu Sigur Rós gehüpft, für die bereits nachmittags ein ziemlich versiffter, halbdurchsichtiger Vorhang vor der Bühne montiert worden war. Schon der Soundcheck klang vielversprechend (mmmh, Bassgewaber), allerdings stand hinter mir die nervigste Laberbacke des Festivals und erzählte einer Frau so unglaublichem Schwachsinn, dass mein Gehirn fast explodiert wäre. Dank der Lautstärke halfen auch Ohrenstöpsel nicht mehr. Anmache auf Sub-Maschinenbauer-Niveau. Aua. Nicht mal, dass Sigur Ros dann mit ihren Schattenspielen hinter dem Vorhang anfingen, konnte ihn von der Absonderung weiteren geistigen Dünnpfiffs abhalten. Da half nur schnelle Flucht nach hinten. Dort wurde natürlich überall gekifft, was mein Magen leider nach drei Liedern nicht mehr aushielt. Naja, ich hätte eh nicht mehr stehen können. Not very Rock’n'Roll, ich weiß.

Essens-Review:

Buchstabensuppe: Unkaputtbarer Klassiker. Seltsam nur der “Gourmet-Tipp” auf der Packung: “Mit Pfannkuchen und Schinken verfeinern.” Aha!

Currywursttopf: Sah aus wie Flugzeugessen from Hell, Curry war nicht enthalten. Die ersten Bissen waren noch ok, dann wurde die Kombination Bockwurst mit süßlicher roter Sauce mit Stückchen eklig.

2 Hamburger mit Kartoffeln: Gleiche eklige Sauce wie beim Currywursttopf. Noch winzigere Hamburger als bei McDonald’s, aber lecker (ohne Sauce). Die Kartoffeln waren besser als in der Mensa.

Asia-Nudel-Suppe: Kompettierte den Tag der eklig-süßen Speisen. Roch nach Curry, schmeckte nach alten Turnschuhen. Sehr schleimig.

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